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Sonntagsspiele: Bremen eiskalt, Bayern mit Mühe

Werder Bremen hat verdient gegen Borussia Dortmund gewonnen. Durch Tore von Klose und Diego bleiben die Bremer Spitzenreiter Schalke auf den Fersen. Bayern München erfüllte die Pflichtaufgabe gegen Leverkusen und hat weiter alle Chancen, einen Champions League-Platz zu erreichen.

Werder Bremen hat im heißen Meisterschaftskampf in Dortmund eiskalt gewonnen und bleibt Spitzenreiter Schalke 04 dicht auf den Fersen. Im Stil eines Spitzenteams setzten sich die Hanseaten am Sonntag mit 2:0 (2:0) bei Borussia Dortmund durch und festigten mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus Gelsenkirchen Platz zwei. Drei Tage nach dem Einzug ins Uefs-Pokal- Halbfinale beendete Miroslav Klose mit dem Führungstor in der 28. Minute auch in der Fußball-Bundesliga seine seit dem 31. Januar währende Torflaute. Diego machte vor 81.000 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion mit einem Geniestreich (39.) den verdienten Sieg perfekt, der die Borussia mit zwei Punkten Vorsprung vor einem Abstiegsrang auf den 15. Platz zurückwarf.

Im zweiten Sonntagsspiel legte der FC Bayern München im Kampf um einen Champions-League-Platz nach und erfüllte seine Pflichtaufgabe gegen Bayer Leverkusen mit Ach und Krach. Im Duell der Europapokal- Verlierer setzte sich der deutsche Fußball-Meister 2:1 (1:0) durch, kam aber nach den beiden Treffern seiner beiden Niederländer Mark van Bommel (30. Minute) und Roy Makaay (47.) durch das Anschlusstor von Andrej Woronin (60.) noch in Bedrängnis. Vier Tage nach dem Champions-League-Ko. gegen den AC Mailand konnten die Bayern nach einer mäßigen Partie wenigstens den Zwei-Punkte-Rückstand auf den VfB Stuttgart halten und haben nun im Kampf um Platz drei alle Chancen beim direkten Duell gegen die Schwaben am Samstag.

Borowski wieder am Knie verletzt

Die Bremer mussten in Dortmund wieder einen Spieler auf die Verletztenliste nehmen. Tim Borowski verletzte sich erneut am gerade ausgeheilten Knie- ein Rückschlag für den 26-Jährigen und für Werder. Im erst dritten Spiel nach siebenwöchiger Pause musste der Nationalspieler in der 50. Minute mit Verdacht auf Knieverletzung gegen Frank Baumann ausgewechselt werden. Auch Dortmund wird in Dede möglicherweise ein Leistungsträger im Endspurt der Saison fehlen. Der Brasilianer verließ in der 43. Minute offenbar wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel den Platz und wurde von Nuri Sahin ersetzt.

Mit der gleichen Formation wie beim starken Auftritt gegen Alkmaar präsentierten sich die reiferen Bremer in den ersten zwanzig Minuten in allen Belangen überlegen. Mehr als ein Kopfball Diegos (20.) nach Flanke von Klose sprang gegen die Dortmunder Abwehr, in der Christoph Metzelder nach auskurierter Hüftblessur sein Comeback gab, aber nicht heraus. Vielmehr schienen die Gastgeber nach der starken Bremer Anfangsphase das Heft in die Hand nehmen zu können.

Kringe hatte für Dortmund die Führung auf dem Fuß

Gleich zwei Mal hatte Florian Kringe (25./27.) die Führung auf dem Fuß. Allzu sorglos agierte Werder in dieser Phase. Doch ausgerechnet Kringe leitete mit einem dummen Ballverlust an der Mittellinie den Niedergang ein. Patrick Owomoyela, der wieder auf der linken Seite verteidigte, ging auf und davon. An seiner flankte segelte Aaron Hunt vorbei - Klose aber ließ sich die Chance nicht nehmen. Nur elf Minuten später zirkelte Diego einen Freistoß ins linke obere Eck. Keeper Roman Weidenfeller konnte dem Ball nur hinterher schauen.

Bei Torhüter Tim Wiese konnten sich die weiter ohne den verletzten Per Mertesacker in der Innenverteidigung sowie Pierre Wome und Daniel Jensen spielenden Bremer bedanken, dass die Nachlässigkeiten im zweiten Durchgang nicht bestraft wurden. Wirklich brenzlig wurde es für den Meisterschaftsanwärter allerdings nur bei Ebi Smolareks Schuss (59.) und Alexander Freis Freistoß (80.). Ansonsten brachte das Team von Trainer Thomas Schaaf den Sieg kühl und beherrscht über die Runden. Der eingewechselte Markus Rosenberg (69.) verpasste freistehend sogar das dritte Tor.

Kahn stellt neuen Liga-Rekord auf

Die Bayern haben nur ein Ziel nach dem Ausscheiden gegen den AC Mailand in der Champions League im Blick: den dritten Platz und damit die Chance auf die Champions League-Teilnahme. Denn die Leistung vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena gab aber keinen Anlass, wirklich an die minimale Meisterschaftschancen zu glauben. Grund zur Freude gab es jedoch für Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn: In seinem 400. Bundesliga-Spiel für die Bayern avancierte der 37-Jährige mit seinem 292. Bundesliga-Sieg zum alleinigen Rekordhalter vor dem früheren Hamburger Verteidiger Manfred Kaltz. In der druckvollen Schlussphase der Gäste rettete Kahn den teilweise müde und ausgelaugt wirkenden Bayern mit einigen Paraden noch den glanzlosen Pflichtsieg. Leverkusen (42 Punkte) bleibt als Tabellen-Sechster im Rennen um einen Uefa-Cup-Kurs.

Heinz Büse/DPA/tis / DPA

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