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Uefa-Cup: Schwach, harmlos, ohne Glück

Der FC Schalke 04 und Hertha BSC Berlin stehen vor dem Aus im Uefa-Cup. Nach ihren enttäuschenden Vorstellungen war der Schuldige schnell gefunden. In erster Linie lag es mal wieder am Schiedsrichter. Allerdings brauchen jetzt vor allem die Schalker Lösungen - sonst droht der freie Fall ins Nichts.

Frust und Vorwürfe: Der FC Schalke 04 und Hertha BSC schimpften nach dem drohenden Aus im Uefa-Pokal über die Schiedsrichter und haderten mit fehlender Fortune. "Es gibt nichts Schlimmeres, als häufig zu verlieren. Wir müssen dagegen ankämpfen und uns das Glück wieder erarbeiten", forderte Schalke-Stürmer und Torschütze Gerald Asamoah. Der FC stecke in einer "Ecke, wo man Schläge bekommt. Es ist nicht einfach, dort herauszukommen", meinte Mitspieler Orlando Engelaar.

In Berlin sorgten nach dem bengalischen Freudenfest der Galatasary-Anhänger die - ausgebliebenen - Entscheidungen des Referees beim 1:0-Sieg Istanbuls dank eines Handelfmeters noch für Zündstoff. "Der Schiri war ein Witz", sagte Kapitän Arne Friedrich. Stürmer Andrej Woronin empfahl, Nicola Rizzoli solle "in der Regionalliga pfeifen". Frustbewältigung auf dem Weg zum Weihnachtsfest wollen beide Mannschaften schon am Wochenende in der Fußball-Bundesliga betreiben - allerdings treffen Schalke und Hertha am Samstag ausgerechnet aufeinander.

"Im Moment fallen wir aus dem Kellerfenster", meinte Schalkes Vereinspräsident Josef Schnusenberg. Was auch immer der Revierclub macht, am Ende steht ein weiterer Tiefschlag. Es kann also nur besser werden. "Die Spirale geht wieder nach oben, weil wir schon ganz unten sind", meinte Schnusenberg. International liegt das Schicksal der Schalker in den Händen der Konkurrenten Racing Santander und Paris St. Germain - gewinnt eine der beiden Mannschaften, sind die am 18. Dezember spielfreien Schalker raus.

Handlungsbedarf, was die Positionen von Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten angeht, sieht Schnusenberg nicht. "Ich hoffe, dass jetzt irgendwann auch von außen nicht mehr diese ständige Unruhe reingetragen wird. Wir machen alle zusammen einen guten Job, auch Andi Müller, und es gibt überhaupt keine Veranlassung, darüber nachzudenken", sagte er im "DSF"-Interview.

Wenigstens aus eigener Kraft können es die Berliner schaffen. Ein Sieg gegen den griechischen Meister Olympiakos Piräus im Endspiel um Platz drei muss dazu aber her. Galatasaray und der Außenseiter Metalist Charkow stehen bereits in der Runde der besten 32. Die Ukrainer machten vor, wie es geht und zogen ohne Gegentor und ohne Niederlage in die nächste Runde ein, Istanbul weist mit drei Siegen aus drei Spielen eine makellose Bilanz vor.

Nicht so die Berliner: Nur zwei Punkte aus drei Partien schlagen zu Buche. Es sei "bitter", durch ein Elfmetertor zu verlieren, meinte Abwehrspieler Marc Stein. "Den Elfmeter zum 0:1 konnte der Schiedsrichter geben, dann hätte er aber auch uns einen geben müssen", monierte Coach Lucien Favre, ohne noch länger darüber sprechen zu wollen: "Zum Glück haben wir noch eine Chance, uns zu qualifizieren."

Das gilt auch für den VfB Stuttgart, der an diesem Spieltag frei hatte. Gruppengegner Standard Lüttich qualifizierte sich dank eines souveränen 3:0 über das mit den Schwaben nun punktgleiche Sampdoria Genua. Ebenfalls 3:0 fertigte der FC Sevilla Partizan Belgrad ab, das als einziges Team in der Gruppe schon vor der K.o.-Runde mit null Punkten auf verlorenem Posten steht.

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