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Van Gaal im Interview: "Bochum wird schwerer als Turin"

Nach dem furiosen Auftritt gegen Juventus Turin sind die Bayern wieder obenauf - und vor allem Trainer Louis van Gaal. Im Interview spricht der Niederländer über die Gründe für den Erfolg und denkt schon an den nächsten Gegner Bochum.

Wie war die Nacht nach dem großen Sieg?
Gut. Ich schlafe immer gut, aber sicher nach einem Sieg wie diesem. Ich denke, dass nicht viele Leute das erwartet haben.

War die Art und Weise für Sie selbst auch überraschend?
Nein, das denke ich nicht. Wir versuchen das immer. Und ein Trainer sieht immer, was man verbessern muss. Trotz des ersten Tores für Turin sind wir weitergegangen. Wir haben ein sehr gutes Spiel ausgeführt. Wenn man das bei Juventus machen kann, ist es wunderschön. Ich habe als Trainer auch noch nicht so viel gewonnen gegen Juventus Turin.

Kam das Spiel Ihrer Idealvorstellung des FC Bayern nahe?
Ach, ich denke, dass wir viele Male auf diese Weise gespielt haben. Aber wir haben das Tor nicht geschossen. Das habe ich viele Male sagen müssen und das war ein bisschen langweilig. Jetzt machen wir die Tore, und das ist wichtig. Wir waren dominant und haben auch die Tore geschossen - das ist der Unterschied.

Welche Auswirkungen erwarten Sie auf die kommenden Spiele? Ihr Kapitän Mark van Bommel hat gesagt, Bochum wird schwerer als Turin.
"Das sehe ich auch so. Warum? Weil der Fokus des Spielers einfacher war gegen einen Gegner wie Juventus und auf ein Endspiel. Bochum am Samstag ist kein Endspiel. Wenn wir verlieren, können wir trotzdem noch Meister werden. Dann ist das Fokussieren schwieriger."

Es warten ziemliche Brocken im Achtelfinale. Haben Sie einen Wunschgegner?
Ich will gewinnen. Die Gegner sind sehr stark, aber okay.

Glauben Sie, dass dieses Spiel einen besonderen Stellenwert in dieser Saison haben wird. War es vielleicht ein Urknall?
Jedes Spiel ist ein Schritt in unserem Prozess. Das Spiel war ein großer Schritt.

Der Sieg war auch für Sie eine Befreiung. Wird man auch mal einen euphorischen Louis van Gaal erleben, oder passiert das erst nach einem Titelgewinn in der Champions League?
Man wird mich am Tag nach einem Spiel nie in Euphorie sehen. Ich bin in Euphorie, wenn wir das Tor machen. Da bin ich sehr euphorisch. Ich weiß, dass Fußball nicht immer ehrlich ist. Aber bei einem Tor bin ich immer sehr euphorisch, das konnten sie auch in Turin sehen. Aber als Trainer muss ich auch analysieren und observieren, da passt nicht Euphorie, sondern Aufmerksamkeit.

Aber dieser Sieg wird Ihnen das Arbeiten erleichtern, oder?
Ja, ich muss sagen, dass ich mich immer mit den Spielern beschäftige. Und das Verhältnis mit meinen Spielern ist immer gut gewesen. Das war nicht so ein Problem für mich, sondern mehr für die Spieler, wenn sie ausgepfiffen wurden in der Allianz Arena. Das ist nicht gut, das ist Druck für die Spieler. Ich kann mir vorstellen, dass das im kommenden Spiel gegen Hertha anders sein wird.

Klaus Bergmann/DPA / DPA

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