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Völler-Nachfolge: Hitzfeld schwankt

Während DFB-Präsident Mayer-Vorfelder die Völler-Nachfolge zur geheimen Chefsache macht, äußerte sich Ottmar Hitzfeld in einem Interview überraschend zurückhaltend. Kommt Christoph Daum?

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hat die Suche nach dem Nachfolger von Rudi Völler zur geheimen Chefsache gemacht und eine Informationssperre verhängt. Er will der Öffentlichkeit vorerst nichts mehr zum Stand der Neubesetzung des Trainer-Postens mitteilen. "Der Präsident hat die Suche nach dem Bundestrainer zur alleinigen Chefsache gemacht. Zu inhaltlichen Vorstellungen und zeitlichen Abläufen gibt es zur Stunde nichts zu äußern", teilte DFB- Sprecher Harald Stenger mit.

Wer sollte nächster Bundestrainer werden?

Gab es schon Kontakt mit Hitzfeld?

Die noch ungelöste Trainerfrage bietet dadurch zunehmend Raum für Spekulationen. Auch am Samstag gab es keine Klarheit, ob Mayer-Vorfelder nach zwei Tagen Bedenkzeit auf die Gesprächsbereitschaft von Top-Favorit Ottmar Hitzfeld zumindest mit einer Kontaktaufnahme reagiert hat.

Hitzfeld schwankt öffentlich

Hitzfeld selbst hat inzwischen seine Chancen auf den Job "weniger als 50 Prozent" eingestuft. "Es ist wirklich sehr, sehr offen", sagte der Ex-Coach des FC Bayern München der «Welt am Sonntag». Seine Famile sei ihm sehr, sehr wichtig, betonte der 55-Jährige. "Ich muss das mit meiner Frau besprechen. Sie hat sich gefreut, dass ich nächstes Jahr etwas anderes mache", sagte Hitzfeld, der zur Zeit in Engelberg/Schweiz Urlaub macht. "Ich wollte mich nicht dem Druck aussetzen." Als Bundestrainer sei der Druck noch größer als als Vereinstrainer des FC Bayern München.

Nowotny favorisiert Daum

Im Gespräch sind inzwischen auch Otto Rehhagel, der mit Griechenland noch Europameister werden kann, und Christoph Daum. Der Name des vor vier Jahren wegen seiner Kokain-Affäre verhinderten Bundestrainers ist auch im inzwischen fast verwaisten EM-Quartier in Almancil gefallen, wie Nationalspieler Jens Nowotny am Samstag im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) verriet.

Beim Mittagessen hatten einige Nationalspieler, die nicht mit der Mannschaft nach Hause gereist waren, im Beisein Mayer-Vorfelders die Trainerfrage diskutiert. "Man hat ganz lose darüber geredet. Auch der Präsident war dabei. Man sagt dann seine Meinung", berichtete Nowotny, der seine Wertschätzung für Daum kundtat. "Er war mit der beste Trainer, unter dem ich gearbeitet habe. Wir sind eine Gesellschaft, in der man sagt, jeder sollte eine zweite Chance kriegen."

Auch, Jan Lengerke, Mayer-Vorfelders persönlicher Referent, ließ am Samstag durchblicken, dass Daum wieder zur Diskussion steht: "Er ist ein hervorragender Trainer. Seine Fehler liegen in anderen Bereichen."

Rudi verzichtet auf Abfindung

Sicher ist nur: Der DFB und Rudi Völler haben sich getrennt. Stenger bestätigte am Samstag, dass der aufgelöst worden sei und der Verband ab sofort keine Zahlungen mehr an Völler leisten musse. "Rudi verzichtet auf sein Gehalt", sagte Stenger. Der Verband spart damit geschätzte fünf Millionen Euro. Völler selbst macht nach dem EM-Ausscheiden und seinem Rücktritt inzwischen Urlaub in den USA.

DPA

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