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BVB-Niederlage Von wegen Elfermeterskandal: Der BVB hat verloren, weil Manchester City eine Nummer zu groß war

Ein Mann mit zurückgegelten braunen Locken sitzt in Hemd und Pullover vor einer blauen Wand voller Sponsoren-Logos
Sehen Sie im Video: BVB-Trainer Terzic schätzt die Niederlage gegen Manchester City ein.




Edin Terzic, Trainer Borussia Dortmund, sagt nach der Niederlage gegen Manchester City in der Champions League: "Wir sind sehr glücklich und zufrieden mit der Leistung, die wir gezeigt haben, weil schließlich reden wir über ein Champions-League-Spiel im Viertelfinale auswärts bei ManCity. Und ich finde, wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt und wir sind natürlich ein bisschen enttäuscht mit dem Ergebnis. Wenn du dann kurz vor Schluss ein Tor kassierst, was man, was man häufiger von ihnen sieht, solche Tore haben sie zweimal gegen Gladbach erzielt, mit einem ähnlichen Muster. Wir haben darauf hingewiesen, haben es da nicht verteidigt bekommen. Und es ist natürlich ärgerlich, dass man dann halt nicht mit dem Unentschieden hier aus dem Spiel geht, sondern mit einer knappen Niederlage. Aber wir nehmen sehr viele positive Dinge mit in das nächste Spiel, was in acht Tagen dann ansteht. Und wir wissen ManCity spielt diese Art von Fußball in jedem Spiel. Das heißt, die Prinzipien werden sich bei ihnen nicht großartig verändern und dementsprechend werden sie sich auch wieder Räume für uns ergeben, wo wir gefährlich werden können. Und wir haben auf jeden Fall den festen Glauben dazugewonnen, dass wir in die nächste Runde einziehen können."
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"Geisteskrank" und "skandalös": Die Elfmetentscheidung des Schiedsrichters gegen Borussia Dortmund im Spiel gegen Manchester City erzürnt viele. Doch es verstellt den Blick auf die wahren Gründe für das Aus in der Champions League.

Im Sky-Studio urteilten die Experten voller Zorn: Der Elfmeterpfiff wegen Handspiels gegen Borussia Dortmund sei "eine skandalöse Entscheidung" gewesen und der Videobeweis "endgültig begraben" worden, wetterte der stets meinungsstarke Experte Didi Hamann. Ex-Trainer Ewald Lienen, der ebenfalls als Experte im Studio saß, schimpfte, ganz allgemein sei das Regelwirrwarr und die Auslegung der Handspielregel "geisteskrank". BVB-Trainer Edin Terzic sah es später ähnlich: "Auf den Schiedsrichterschulungen heißt es ganz eindeutig, dass ein Anköpfen des eigenen Armes nicht strafbar ist", sagte er.

Was die Experten und viele Dortmunder auf die Palme brachte, war der Pfiff des spanischen Schiedsrichters Carlos del Cerro Grande in der 52. Minute. Er hatte ein Handspiel von Emre Can gesehen und auf Strafstoß für die Engländer entschieden. Der Videoschiedsrichter bestätigte die Entscheidung, was vertretbar war. Sie war allerdings knifflig. Can wollte einen Ball wegköpfen, was ihm nicht gelang, der Ball touchierte kurz danach den Arm, den er aktiv nach oben nahm. Den folgenden Strafstoß hämmerte Riyad Mahrez humorlos in die Maschen und es stand 1:1. In der 75. Minute gelang Phil Foden der Siegtreffer - damit war das Aus der Dortmunder besiegelt.

Solche emotionalen Urteilen verstellen den Blick auf wahre Gründe

Man gewann bei den Wutriraden und den späteren Statements den Eindruck, der BVB habe nur wegen eines angeblich falschen Elfmeterpfiffs verloren. Solche emotionalen Urteile, so verständlich sie sind, verstellen aber den Blick auf die wahren Gründe für die Niederlage. Ganz schlicht ausgedrückt: Der BVB ist ausgeschieden, weil er zu viele entscheidende Fehler und Ballverluste produzierte. Der hochgelobte Erling Haaland trat nur einmal wirklich in Erscheinung, als er den Ball vor Bellinghams Tor festmachte. Dortmund verteidigte tapfer und ließ sich auch nicht vorführen, aber das reicht nicht, um eines der besten Teams der Welt zu schlagen.

Genau genommen spielten die Dortmunder nur 20 Minuten auf Augenhöhe mit dem Team von Pep Guardiola. Schon schon kurz nach ihrem Führungstreffer durch Jude Bellingham übernahm Manchester City die Kontrolle und entwickelte eine Dominanz, die den Dortmundern die Luft abschnürte. Die Engländer warfen ihre präzise Passmaschine an, angetrieben vom überragenden Kevin de Bruyne. Mit knapper Not rettete sich Dortmund in die Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit hielt die Dominanz, etwas abgeschwächt, an. Dortmund hatte nur eine Torchance durch einen Kopfball von Mats Hummels. Und der Siegtreffer resultierte auch aus einem Patzer von Keeper Marvin Hitz. So ein Schuss ist durchaus haltbar.

Deshalb sollten sich die Dortmunder lieber eingestehen, dass ein Schwergewicht wie Manchester City eine Nummer zu groß für sie ist. Das Team von Pep Guardiola war über 180 Minuten die klar bessere Mannschaft und der BVB ist, trotz des aufopferungsvollen Kampfes und des schönen Tores durch Bellingham, verdient ausgeschieden. 


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