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Wechsel-Poker: Rätselraten um Ballack-Transfer zu ManU

Eine britische Tageszeitung hat gemeldet, Michael Ballack würde 2006 zu Manchester United wechseln. Dazu sei ein Gentlemen's Agreement getroffen worden, das Ballacks Berater nicht unkommentiert lassen will.

Ballacks Berater Michael Becker dementierte die Vermeldung der britischen Zeitung "The Guardian", die in ihrer Online-Ausgabe einen ablösefreien Transfer zum Premier-League-Club für die übernächste Spielzeit als perfekt vermeldet hatte. "Da ist gar nichts dran. Es gibt keinen Vorvertrag und kein Gentleman’s Agreement. Es bleibt dabei, unser derzeit einziger Ansprechpartner ist der FC Bayern München", sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Der deutsche Rekordmeister hatte dem Fußballer des Jahres 2005 jüngst ein Angebot für eine Verlängerung des am 30. Juni 2006 auslaufenden Vertrages unterbreitet und war damit laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "bis an die Schmerzgrenze" gegangen.

Das Pokerspiel geht in die nächste Runde

Im Poker um eine Vertragsverlängerung riet Rummenigge Ballack mit klaren Worten von einem Wechsel nach England ab. "Wenn ich Michael wäre, dann würde ich mit Manchester überhaupt nicht verhandeln", sagte er der "Sport-Bild". "Es ist nicht mehr das Manchester von früher. Wenn ich Spieler wäre, dann würde ich darüber nur lachen." Mit Blick auf persönliche Werbeverträge sei es für Ballack besser in Deutschland zu bleiben, sagte Rummenigge, der in den 80er Jahren von München zu Inter Mailand gewechselt war.

Becker bestätigte, dass es vor einigen Wochen über einen Mittelsmann eine Anfrage von Manchester United gegeben habe. Diesen habe er aber an den FC Bayern verwiesen, da der Verein noch die Transferrechte an Ballack hält. Nach den Statuten des Weltverbandes Fifa dürfen Profis erst sechs Monate vor Vertragsende einen Kontrakt bei einem anderen Verein unterschreiben. Neben Manchester hätten "noch einige andere Vereine nachgefragt", sagte Becker. Auch Real Madrid gilt als Kandidat für eine Ballack-Verpflichtung. Spanische Sport-Zeitungen hatten in der Sommerpause mehrfach auf ihren Titelseiten über einen Wechsel spekuliert.

Gespräche in Fernost

Auf seiner Japan-Reise hatte der FC Bayern vergangene Woche mit Manchester United in Tokio das Hotel geteilt. "Natürlich hat es da Gespräche gegeben, aber nicht über Michael Ballack", sagte Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager rechnet in den nächsten sechs bis acht Wochen mit einer Entscheidung Ballacks. "Dieser Zeitrahmen ist realistisch", sagte Becker. Sein Schützling werde die bis 2010 datierte Bayern-Offerte gut prüfen. "Er will die Champions League gewinnen und wird dort hingehen, wo er glaubt, dass er dieses Ziel erreichen kann." Ballack hatte stets beteuert, bei seiner Entscheidung "keinen Druck zu spüren".

Bei Manchester solle Ballack die Nachfolge von Vereinsikone Roy Keane antreten, berichtete "The Guardian". Besonders die Aussicht auf einen ablösefreien Transfer des Mittelfeldmannes habe Trainer Alex Ferguson motiviert. Seit der Übernahme durch US-Milliardär Malcolm Glazer herrscht beim Champions-League-Sieger von 1999 größere Zurückhaltung bei Personalausgaben.

Beckenbauer will Ballack halten

Franz Beckenbauer riet Ballack unterdessen zu einer raschen Unterschrift beim FC Bayern. "Ballack hat alle Trümpfe in der Hand. Ich würde immer die Gunst der Stunde nutzen. Was weiß ich, was in einem Jahr ist", sagte der Bayern-Präsident der "Bild"-Zeitung. Felix Magath hofft wohl auch zur Vermeidung von Unruhe in seinem Kader auf eine schnelle Vertragsverlängerung. "Es ist an ihm, seine Meinung kund zu tun. Natürlich wollen wir mit ihm weiter arbeiten", sagte der Trainer im Bayerischen Fernsehen.

Arne Richter und Dominik Lauck/DPA / DPA

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