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Wechsel-Theater: Köln will Podolski nach Hause holen

Beim 1. FC Köln dreht sich alles um Lukas Podolski: Auf der Mitgliederversammlung des Clubs hat Präsident Wolfgang Overath angekündigt, alles tun zu wollen, um den Nationalspieler in der Winterpause zurückzuholen. Es gebe ein "klares Konzept".

Eine Rückholaktion des bei Bayern München unglücklichen Fußball-Profis Lukas Podolski bleibt beim 1. FC Köln ganz oben auf der Tagesordnung. "Ich werde das Thema ganz aussparen. Mit öffentlichen Aussagen hilft man dem Jungen nicht. Er hat es schon schwer genug in München", sagte Kölns Präsident Wolfgang Overath auf der Mitgliederversammlung des Vereins in den Rheinlandhallen am Dienstag zwar zunächst. Dann aber gewährte Overath den rund 1200 Mitgliedern doch einen Einblick hinter die Kulissen: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden alles tun, Lukas nach Hause zu holen. Aber ganz klar: Es gibt finanzielle Grenzen bei uns."

Nachdem Podolski eindeutig erklärt hatte, dass er München trotz eines Vertrages bis 2010 in diesem Winter verlassen wolle, sind die Hoffnungen der FC-Fans auf eine baldige Rückkehr ihres Lieblings gestiegen. Allerdings haben alle Bayern-Verantwortlichen bisher kategorisch ausgeschlossen, den Nationalspieler vorzeitig ziehen zu lassen. "Wir wollen mit Minimum vier Stürmern in die Rückrunde gehen - und einer davon ist Lukas Podolski", sagte Trainer Jürgen Klinsmann vor dem Champions-League-Spiel gegen Steaua Bukarest.

Kölner haben ein Finanzierungskonzept

Gleichwohl ließ Kölns Manager Michael Meier, der laut Overath wie Finanz-Geschäftsführer Claus Horstmann bald seinen Vertrag verlängern soll, durchblicken, dass es "ein klares Konzept gibt, mit dem es machbar" sei, Podolski zurück zum FC zu lotsen. "Wir haben mit den Aufsichtsgremien gesprochen. Ob es am Ende realistisch ist oder nicht, wird sich zeigen."

Zeitungen hatten am Dienstag berichtet, in Köln sei man dabei mit Investoren zu sprechen, um eine geschätzte Ablösesumme von rund 15 Millionen Euro für den Stürmer aufzubringen. Seine Bilanz hatte der Club schon in der vergangenen Woche veröffentlicht. Für die Zweitliga-Saison 2007/2008 hatten die Rheinländer bei einem Gesamtumsatz von knapp 45 Millionen Euro einen Verlust von 2,27 Millionen Euro ausgewiesen.

Daum begeistert empfangen

Trainer Christoph Daum, der gemeinsam mit Kapitän Milivoje Novakovic die Mannschaft vertrat, wurde begeistert von den Mitgliedern empfangen. Angesichts der gesicherten Position auf Platz zehn der Bundesliga zog Daum wie zuvor Overath ("Ich bin entspannter als in den vergangenen Jahren") eine zufriedene Bilanz. "Diesmal fällt es mir leicht, hier zu stehen. Gemeinsam haben wir Großartiges geleistet. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Aber wir waren stark, weil ihr die Wand wart", rief der Coach den Fans zu, deren Ovationen er sichtlich genoss. Laut Overath bleibt das Saisonziel des Aufsteigers, den Klassenverbleib zu sichern. "Ich weiß aber, dass die Mannschaft und der Trainer höhere Ziele haben."

DPA / DPA

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