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Deco: "El Magico" darf nicht zaubern

DieWM verläuft für den portugiesischen Star Deco alles andere als optimal. Mal ist er verletzt, mal wird er geschont - und nun ist der kleine Mann für das Achtelfinale gegen England gesperrt.

Verletzt, geschont, gesperrt - "El Magico" darf für die Portugiesen nicht zaubern. Die WM sollte die große Bühne für Spielmacher Deco werden, doch der portugiesische Nationalspieler erlebt das Turnier wie eine Achterbahnfahrt. Im Auftaktspiel fehlte der gebürtige Brasilianer wegen einer Knöchelverletzung, dann erzielte er bei seinem ersten WM-Auftritt gegen Iran ein Traumtor und wurde anschließend im letzten Gruppenspiel wegen einer drohenden Gelbsperre geschont. Im Skandalspiel gegen die Niederlande sah er die Gelb-Rote Karte und fehlt seinem Team nun wieder im Viertelfinalspiel gegen England am Samstag in Gelsenkirchen (17.00 Uhr).

Der portugiesiche Verband hatte zwar gegen die Sperre Protest bei der Fifa eingelegt, doch die Abweisung des Weltverbandes kam prompt. "Ich bin traurig, dass die Fifa so entschieden hat und ich die Mannschaft nicht unterstützen kann. Ich hätte gerne gespielt. Aber da muss ich jetzt durch", sagt der Regisseur vom Champions-League-Sieger FC Barcelona, den alle wegen seiner Spielkunst nur "El Magico" (der Zauberer) nennen. "Ich hoffe dem Team bald wieder zur Verfügung stehen zu können, denn das würde heißen, dass wir das Halbfinale erreicht haben", sagt Deco, der auch mit dem FC Porto 2004 die Champions League gewonnen hat.

Wer soll Deco ersetzen?

Die Dienste des kleinen Ideengebers werden dem portugiesischen Team gegen England fehlen. Wie Trainer Luiz Felipe Scolari den Ausfall von Deco kompensieren will, ist noch offen. In der ersten Partie ohne den Spielmacher übernahm Luis Figo dieser Rolle und erfüllte sie glänzend. Gegen Mexiko hat Scolari das System ein wenig umgestellt und einen defensiven Mittelfeldspieler zusätzlich nominiert. Doch in Costinha fehlt ein weiterer gesperrter Stammspieler. "Wir haben genug Spieler mit Qualität, die schaffen es auch ohne Costinha und mich", sagt Deco.

An die Viertelfinalpartie gegen England vor zwei Jahren bei der EM in Portugal kann sich der Mittelfeldspieler gut erinnern, schließlich leitete er mit seinem verwandelten Strafstoß im Elfmeterschießen den 8:7-Erfolg der "Seleccao" ein. "Das war damals ein sehr schwieriges Spiel und es wird auch diesmal für beide Seiten nicht einfach. Es gibt jetzt keinen Favoriten mehr", befand Deco, der bei dieser WM zum zweiten Male die Rückkehr in das Stadion seines ersten großen Vereinserfolges verpasst.

In Gelsenkirchen gewann der damalige Profi des FC Porto 2004 unter dem heutigen Chelsea-Trainer Jose Mourinho das Champions-League- Finale gegen den AS Monaco. Beim Vorrundenspiel gegen Mexiko in Gelsenkirchen fehlte er vergangene Woche ebenso wie am kommenden Samstag gegen England. "Schade, an Gelsenkirchen habe ich gute Erinnerungen. Es ist ein unglaubliches Stadion", meint Deco.

Morten Ritter/DPA / DPA

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