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WM-Feiern: Fan-Finale Furioso

Rom stand Kopf und in Berlin tanzten die Italiener auf den Straßen. Am Ende der vierwöchigen Fußball-Party in Deutschland waren die italienischen Fans die glücklichsten.

Auf den Piazzas im ganz Italien haben hunderttausende Fußballfans am Sonntagabend den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 2006 gefeiert. Der entscheidende Elfmeter von Fabio Grossi löste auf dem Platz des antiken Circus Maximus in Rom endlosen Jubel aus. Rund 200.000 Fans verfolgten dort die Entscheidung auf drei Großleinwänden.

In Mailand feierten rund 150.000 Fans ihre Mannschaft auf der Piazza del Duomo. "Das ist ein wunderbarer Sieg", sagte der Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni. "Ganz Italien umarmt die Azzurri und morgen wird Rom ihnen den Tribut geben, den sie verdienen." Ministerpräsident Romano Prodi schaute sich das Spiel zusammen mit seiner Frau Flavia und Verteidigungsminister Arturo Parisi in Bologna an. Ein einziger Schuss an die Latte habe für die Entscheidung gesorgt, sagte Prodi mit Blick auf den Lattentreffer des französischen Spielers David Trezeguet.

Rom stand Kopf

Bereits kurz nach dem Siegtreffer begannen die ersten Autokorsos, die Menschen schwenkten italienische Flaggen und zündeten Feuerwerkskörper. Fans in Rom erklärten auf einem Plakat "Jetzt wollen wir die Mona Lisa zurück", eine Anspielung auf das berühmte Gemälde von Leonardo Da Vinci, das im Pariser Louvre hängt. "Das Gefühl ist unbeschreiblich"; sgte der 24-jährige Student Giorgio Tonelli in Rom. "Es ist wunderschön, all diese Menschen hier friedlich zusammen zu sehen."

Auch Deutschland wurde kräftig und ausgelassen gefeiert. Millionen Fußballfans verfolgten am Sonntagabend den Sieg Italiens im WM-Endspiel gegen Frankreich auf öffentlichen Großbildleinwänden. Auf Straßen und Plätzen versammelten sich zehntausende Italiener und feierten den vierten Weltmeistertitel ihrer Squadra Arrurra.

Tanzend durch die Straßen Berlins

Allein auf der Berliner Fanmeile sahen nach Veranstalterangaben rund eine Million Menschen das Spiel; darunter viele Italiener. In der gesamten Hauptstadt waren 6.000 Polizeibeamte im Einsatz. Sowohl auf dem Public-Viewing-Gelände zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule als auch in der Stadt blieb alles friedlich, wie die Polizei mitteilte. Tausende italienische Fans feierten ausgelassen den Sieg ihrer Elf auf den Straßen der Stadt, tanzten und schwenkten Fahnen. Einige brannten verbotene Feuerwerkskörper und bengalische Fackeln ab.

Auf der Leopoldstraße in München feierten einige hundert Fans; Autos mit italienischen Fahnen fuhren durch die Stadt. Zwischenfälle gab es nicht. Auf dem Frankfurter Fanfest, der MainArena, waren laut Polizei zum Endspiel rund 40.000 Fans. Da Anhänger beider Mannschaften in blauen T-Shirts ihre Teams anfeuerten, sei schwer zu unterscheiden gewesen, ob die französische oder die italienische Elf stärker unterstützt wurde, sagte ein Sprecher. Bis kurz nach dem Abpfiff habe es keine relevanten Vorkommnisse gegeben. Die obligatorischen Hupkonzerte gab es nach dem Sieg Italiens in den Straßen der Mainmetropole natürlich umgehend.

Alessandra Rizzo, AP / AP

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