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Fußball-WM 2010: Mexiko feiert Fiesta - Frankreich verdaut die "Schande"

Riesen-Desaster für die Grande Nation: Wie vor acht Jahren droht der französischen Fußball-Nationalmannschaft auch bei der Weltmeisterschaft in Südafrika das blamable Vorrunden-Aus.

Riesen-Desaster für die Grande Nation: Wie vor acht Jahren droht der französischen Fußball-Nationalmannschaft auch bei der Weltmeisterschaft in Südafrika das blamable Vorrunden-Aus. Der Vizeweltmeister von 2006 verlor am Donnerstagabend sein zweites Spiel gegen starke und mutige Mexikaner verdient mit 0:2 (0:0) und steht beim "Finale" der Gruppe A am Dienstag gegen Südafrika vor dem Abschied. Vor 35 370 Zuschauern im Peter-Mokaba-Stadion von Polokwane trafen Javier Hernandez (64. Minute) und Cuauhtemoc Blanco per Foulstrafstoß (79.) für die Mexikaner, die nun zum fünften Mal in das Achtelfinale einer WM-Endrunde erreichen können.

"Es ist eine Schande, so zu verlieren", sagte Frankreichs Mittelfeld-Mann Florent Malouda vom FC Chelsea. "Jetzt können wir uns nur noch im dritten Spiel herausziehen." Geknickt und frustriert waren seine Mannschaftskollegen zuvor vom Platz geschlichen. "Mir fehlen noch die Worte, ich bin sehr enttäuscht und habe das alles noch nicht verkraftet", sagte Frankreichs schon vor der Pleite umstrittene Trainer Raymond Domenech. "Ich habe noch keine Analyse. Wir haben noch eine Chance - aber das liegt nicht an uns."

Mexiko feierte dagegen schon Fiesta. "Genau das hatten wir uns vorgenommen - und das haben wir jetzt umgesetzt. Wir sind als Team aufgetreten und können den Sieg jetzt genießen", jubelte Rafael Marquez, der den tödlichen Pass zum 1:0 schlug. Die Mannschaft von Trainer Javier Aguirre hat nach ihrem historischen ersten Sieg gegen Frankreich im siebten Länderspiel ebenso wie Uruguay vier Punkte auf dem Konto - ein Remis würde beiden Teams am Dienstag im direkten Duell zum Sprung in die erste K.o.- Runde reichen. Die Equipe Tricolore müsste dagegen wie bei der WM 2002 und bei der EM-Endrunde 2008 nach der Vorrunde die Koffer packen. Schon beim 0:0 gegen Uruguay hatten die hoch gehandelten Franzosen enttäuscht.

Obwohl beide Trainer mit dem Auftaktspiel überhaupt nicht zufrieden waren, nahmen sie jeweils nur eine Veränderung vor: Bei den Franzosen rückte Malouda für Supertechniker Yohann Gourcuff in die Startelf; bei Mexiko bekam Hector Moreno für Paul Aguilar das Vertrauen. Abtasten war diesmal nicht angesagt, verlieren verboten, gewinnen Pflicht: Nach exakt zwei Minuten krachte ein Schrägschuss von Giovani dos Santos an den Innenpfosten - Hugo Lloris im Tor des Vize-Weltmeisters hätte keine Chance gehabt.

Wenig später musste der französische Schlussmann vor der Strafraumlinie Kopf und Kragen riskieren. Dann war Carlos Vela vom FC Arsenal frei durch, doch sein Schuss verpuffte im Nachthimmel über Polokwane (8. Minute). Guillermo Franco scheiterte mit einem 16- Meter-Schuss (12.), gleich zwei Chancen der kombinationssicheren Mexikaner vergab Carlos Salcido (18./27.). Der für den verletzten Vela eingewechselte Pablo Barrera scheiterte mit einem wuchtigen Kopfball (33.).

Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt konnte die Fans nur das Spiel der Mexikaner erwärmen: Der Außenseiter war "heißer", machte mehr Druck, Favorit Frankreich hielt nur dagegen. Nach einer flotten Freistoß-Kombination der "Bleus" segelte die Flanke von Franck Ribery aber an Freund und Feind vorbei (13.). Erst kurz vor der Pause prüfte Sturmspitze Nicolas Anelka erstmals Mexikos Keeper Oscar Perez, die erste Chance für die Equipe Tricolore hatte Malouda in der 54. Minute. reagierte auf die Sturmflaute und brachte nach der Pause - nicht Thierry Henry! Für Anelka kam André-Pierre Gignac.

Mexikanische Fans feuerten ihre Elf mit Olé-Rufen und den berühmten Sprechchören "Mexico-ra-ra-ra" an. Von den Franzosen war kaum etwas zu hören. Oft war der Weltmeister von 1998 an der Strafraumgrenze mit seinem Latein am Ende. Antreiber Ribéry sorgte vorn viel zu selten für Unruhe, Gefahr ging nur von der weiß-grünen "Tri" aus: Gleich sechs gute Chancen hatte die Mannschaft von Trainer Javier Aguirre schon in der ersten halben Stunde.

Die Mexikaner wirkten über 90 Minuten bissiger, sie waren zweikampfstärker und lauffreudiger als die statischen "Le Bleus". Und auch die Abwehr stand. Das einzige Manko der Mittelamerikaner war nach dem "Befreiungsschlag" von Hernandez vergessen: Die von Aguirre schon nach dem Eröffnungsspiel gegen Südafrika (1:1) heftig kritisierte Abschluss-Schwäche.  

Hubert Kahl, DPA / DPA

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