Südkorea - Griechenland Rehhagels Jungs versagen


Trotz Rehhagels Defensivkonzept blieb die griechische Torbilanz nur sieben Minuten sauber. Am Ende siegte Südkorea zurecht mit 2:0 gegen schwache Hellenen.

Südkoreas Ballkünstler haben Otto Rehhagel die WM-Premiere verdorben. Nach einer schwachen Vorstellung verlor Ex-Europameister Griechenland in Port Elizabeth sein Auftaktspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft mit 0:2 (0:1). Die Hoffnung aufs Achtelfinale können sie damit fast schon begraben. Mit den Gegentoren durch Lee Jung-Soo (7. Minute) und Park Ji-Sung (52.) war das Team des 71 Jahre alten deutschen Trainers vor 31.513 Zuschauern im Nelson-Mandela-Bay-Stadion noch gut bedient. Der WM-Vierte von 2002 war im ersten Spiel der Gruppe B weiteren Treffern näher als die behäbigen Hellenen dem Anschluss. Damit muss Griechenland weiter auf sein erstes WM-Erfolgserlebnis warten. 1994 in den USA war das Team mit 0:10 Treffern nach der Vorrunde ausgeschieden.

"König Otto" Rehhagel hatte seiner Mannschaft bei ihrem WM-Comeback nach 16 Jahren das erwartete Defensivkonzept verordnet, doch die Marschroute ging nicht auf, weil ausgerechnet die Abwehr in den entscheidenden Momenten patzte. Im Spiel nach vorne präsentierte sich der Europameister von 2004 lange Zeit arm an Ideen und schwerfällig. Der künftige Frankfurter Theofanis Gekas - in der Qualifikation mit zehn Treffern bester Torschütze in Europa - war in der Spitze praktisch wirkungslos. Seinen ersten Schuss aufs Tor gab Gekas in der 81. Minute ab. Auch der im rechten Mittelfeld aufgebotene Angelos Charisteas vom 1. FC Nürnberg blieb blass.

Auch die griechische Abwehr hatte kein Rezept

Die flinken Asiaten, inzwischen Stammgast bei WM-Endrunden, erwischten mit der frühen Führung einen Auftakt nach Maß. Der bei den Kashima Antlers in Japan spielende Lee Jung-Soo hatte in der 7. Minute keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken, nachdem ein Eckball von Ki Sung-Yueng an Freund und Feind vorbeigeflogen war. Auch Charisteas machte dabei keine glückliche Figur. Neun Minuten später hätten sich die Hellenen nicht über einen Elfmeterpfiff beklagen dürfen, als Vasilios Torosidis im Strafraum Lee Chung-Yong mit rustikalen Mitteln am Abschluss hinderte.

Gegen die überfallartigen Angriffe der Südkoreaner, die häufig von dem eifrigen Freiburger Bundesligaprofi Cha Du-Ri eingeleitet wurden, fand die Abwehr um Senior Georgios Katsouranis auch weiterhin kein Rezept. In der 28. Minute musste Torwart Alexandros Tzorvas die Nachlässigkeiten seiner Vorderleute ausbügeln, als er gegen den allein auf ihn zustürmenden Park Chu-Young rettete. Avraam Papadopoulos hatte Park Ji-Sung nicht an der Vorlage hindern können. Die Angriffsbemühungen der Rehhagel-Elf endeten dagegen meist schon weit vor dem gegnerischen Strafraum.

Sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff leitete ein unnötiger griechischer Ballverlust im Mittelfeld die Entscheidung ein. Manchester United-Profi Park Ji-Sung schnappte sich das Leder, schüttelte zwei Gegner ab und bewies bei seinem eiskalten Abschluss ein gutes Auge, als er den Ball an Tzorvas vorbei schob. Park Chu-Young (63.) vergab per Kopf die große Möglichkeit, das Resultat weiter auszubauen. Erst in der Schlussphase stemmten sich die Griechen energisch gegen die Schlappe. Die erste Chance bot sich Pantelis Kapetanos in der 70. Minute, doch der Schuss ging über das Tor. Die WM-Bilanz der Griechen bleibt weiterhin ein Desaster - keine Siege, keine Tore.

Michael Rossmann/DPA DPA

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