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Deutschland vor dem WM-Halbfinale: Die Bilanz gegen Brasilien ist verheerend

Brasilien ist eine Fußball-Macht. In nahezu allen Statistiken liegt die Selecao vor Deutschland. Die direkte Bilanz könnte für die DFB-Auswahl kaum schlechter sein.

Von Patrick Rösing und Felix Haas

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Klare Rollenverteilung

Die Rollenverteilung beider Länder ist eigentlich klar: Brasilien ist viel größer und hat deutlich mehr Einwohner, dafür ist Deutschland wirtschaftlich stärker und politisch schwergewichtiger. Auf dem Fußballplatz stehen sich am Dienstagabend (22.00 Uhr MESZ/ZDF/und im stern-Liveticker) beim WM-Halbfinale zwischen Deutschen und Brasilien hingegen zwei fast gleichstarke Mannschaften gegenüber. Wer hat denn nun mehr und wovon? Eine statistische Spielerei:

LAND UND LEUTE: Mit fast 8,5 Millionen Quadratkilometern Fläche ist Brasilien das fünftgrößte Land der Erde. Deutschland passt mit seinen gut 357.000 Quadratkilometern fast 24 Mal hinein. Und mit knapp 199 Millionen Einwohnern in Brasilien kann die Seleção potenziell auf etwa zweieinhalb mal so viele Fans bauen wie die deutsche Elf (Einwohnerzahl: 80,5 Millionen).

LIEBLINGSGETRÄNK: Die Deutschen trinken Bier, die Brasilianer Caipirinha - basta! Wer das glaubt, liegt nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Immerhin fast 108 Liter Bier trank jeder Bundesbürger im Jahr 2012 - die Brasilianer kamen auf rund 62 Liter, wie aus der Statistik des Deutschen Brauer-Bundes hervorgeht. Bei der Produktion des Gerstensaftes sieht es jedoch anders aus: Fast 133 Millionen Hektoliter bringen Brasilien Platz drei in der Welt ein - hinter China und den USA; Deutschland hat mit gut 95 Millionen Hektolitern einigen Abstand auf Rang fünf.

WALD: Die Deutschen lieben ihren Wald: Immerhin knapp ein Drittel (rund 32 Prozent) der Landfläche der Bundesrepublik ist von Wald bedeckt. Doch darüber können Brasilianer nur lachen: Bei ihnen macht der Wald, noch dazu große Teile echter Urwald, 61 Prozent der riesigen Landfläche aus (Stand: 2011). Allerdings schwindet dieser Wald auch rapide: Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF wird pro Minute Regenwald in der Größe von drei Fußballfeldern abgeholzt.

GÖTTLICHER BEISTAND: Das Bekreuzigen vor dem Spiel oder der demütige Blick zum Himmel gehört sowohl bei Spielern als auch Fans im WM-Gastgeberland einfach dazu. Knapp zwei Drittel (fast 65 Prozent) der Brasilianer sind laut dem "CIA World Factbook" Mitglieder der römisch-katholischen Kirche, gut 22 Prozent sind evangelischen Glaubens und nur acht Prozent Atheisten. In Deutschland geht es deutlich weltlicher zu: Katholiken und Protestanten halten sich mit jeweils gut 30 Prozent Bevölkerungsanteil in etwa die Waage. Die anderen 40 Prozent haben beim Zensus 2011 angegeben, keiner Religion anzugehören oder nicht-christlichen Glaubens zu sein.

FUSSBALLER: Vermutlich wird jeder Junge und fast jedes Mädchen in Brasilien irgendwann im Leben mal einen Ball über den Bolzplatz dreschen. Doch bei den registrierten Fußballern liegt Deutschland deutlich vorne: 6,3 Millionen Vereinsmitglieder zählt der Weltfußballverband FIFA in Deutschland, die DFB-Mitgliederstatistik 2014 spricht sogar von fast 6,9 Millionen. In Brasilien sind es laut Fifa gerade einmal 2,1 Millionen. Die Dunkelziffer dürfte dank der Straßenfußballer deutlich höher liegen. Dafür hat der WM-Gastgeber bei der Zahl der Fußballclubs die Fußspitze vorn: In gut 29.000 Vereinen wird gekickt, in Deutschland sind es nach Fifa-Angaben etwas weniger als 27.000 Clubs.

mit DPA
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