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WM 2014: Frankreich jubelt spät

Zäher Erfolg für "Les Bleus": Lange Zeit mühte sich Frankreich vergeblich gegen starke Nigerianer - doch dann sorgten ein Kopfballtreffer und ein Eigentor für den Einzug ins Viertelfinale.

Ein später Treffer von Goldköpfchen #link;http://www.stern.de/sport/fussball/wm-2014/das-muessen-sie-zur-wm-nacht-wissen-die-last-minute-teams-schlagen-zu-2120497.html;Paul Pogba und ein Eigentor haben Frankreich das erste WM-Viertelfinale seit 2006 beschert# und ein Duell gegen Deutschland möglich gemacht. Trotz der bisher schwächsten Turnierleistung gewann der lange Zeit wankende Weltmeister von 1998 am Montag in Brasília 2:0 (0:0) gegen Nigeria. Pogba (79. Minute) und ein Eigentor von Joseph Yobo (90.+2) sorgten noch für den Erfolg gegen die mindestens gleichwertigen Nigerianer, die es auch im dritten Anlauf verpassten, erstmals unter die besten acht Mannschaften der Welt zu kommen. Am Freitag um 18.00 Uhr wartet auf Frankreichs Fußball-Auswahl in Rio de Janeiro der Sieger des abendlichen Achtelfinales zwischen dem DFB-Team und Algerien.

Die 67.882 Zuschauer im Estadio Nacional sahen eine erste Halbzeit mit nur wenigen Höhepunkten, in der vor allem Favorit Frankreich enttäuschte. Der Weltmeister von 1998 agierte vorsichtig und strahlte nur Gefahr aus, wenn das Mittelfeld schnell überbrückt wurde. Torjäger Karim Benzema von Real Madrid konnte sich nach seiner starken Vorrunde ebenso wie Sturmspitze Olivier Giroud nur selten durchsetzen und verstolperte sogar einige Male den Ball.

Abseitstreffer vor der Pause

Die größten Aufreger vor der Pause gab es binnen drei Minuten. Emmanuel Emenike stand knapp im Abseits, als er eine Eingabe von Ahmed Musa ins Netz drückte (19.). Bei der besten Chance der "Bleus" in der ersten Halbzeit scheiterte Pogba nach Flanke des aktiven Rechtsverteidigers Mathieu Debuchy mit seinem Volleyschuss an Nigerias glänzend reagierendem Keeper Vincent Enyeama (22.).

Auf der anderen Seite war Hugo Lloris nur bei einem Fernschuss von Emenike gefordert (44.). Der Afrikameister trat im dritten Achtelfinale seiner WM-Historie wie bisher schon in Brasilien vorsichtig und kompakt auf. Auch Ballverteiler John Obi Mikel vom FC Chelsea bevorzugte angesichts der gefürchteten französischen Konterstärke lieber den Sicherheitspass und verlor zu viele Zweikämpfe. Meist sicher stand die Innenverteidigung mit dem am Ende unglücklichen Jubilar Yobo, der sein 100. Länderspiel bestritt. Mit seinem zehnten Einsatz bei einer Endrunde stieg der Kapitän zudem zu Nigerias WM-Rekordspieler vor dem einstigen Frankfurter Jay-Jay Okocha auf.

Der Außenseiter bestimmte bei guten äußeren Bedingungen überraschend auch nach der Halbzeit das Geschehen, auch wenn Ogenyi Onazi nach einem rüden Foul von Blaise Matuidi das Feld verlassen musste. Peter Odemwingie zwang Lloris mit einem straffen Distanzschuss erneut zum Eingreifen (64.).

Giroud musste weichen

Frankreichs Trainer Didier Deschamps reagierte kurz zuvor auf die ausbleibende Gefahr in der Offensive nahm den wirkungslosen Giroud vom Platz. Dafür kam Antoine Griezmann, der bis dahin zweikampfschwache und kaum nach hinten arbeitende Benzema rückte vom linken Flügel nun in die Spitze - und hatte nach Zusammenspiel mit Griezmann prompt die bis dahin größte Möglichkeit der Partie: Torhüter Enyeama war jedoch dazwischen, Victor Moses schlug den Ball dann knapp vor der Torlinie weg (70.).

Urplötzlich dominierte der WM-Finalist von 2006 und hatte Pech, als Johan Cabaye aus 22 Metern nur die Unterkante der Latte traf (77.). Benzema scheiterte danach per Kopf an Enyeama (78.), den folgenden Eckball verlängerte der Keeper unglücklich zu Pogba, und der Mittelfeldspieler von Juventus Turin nickte das Leder ins leere Tor ein. Die letzten Bemühungen der unglücklichen Nigerianer in der Schlussphase blieben wirkungslos, Yobo drückte den Ball dann zur Entscheidung über die eigene Torlinie.

Michael Rossmann/DPA / DPA

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