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Weltmeister-Trainer: Löw: "Ich bin immer noch voller Adrenalin"

Das Siegtor von Mario Götze habe der Bundestrainer noch kein einziges Mal im Fernsehen gesehen, erzählt Joachim Löw im Interview der "Bild"-Zeitung. Seine Trainer-Zukunft lässt er weiter offen.

Einfach nur schlafen, das kann Joachim Löw noch nicht wieder. Zu aufgewühlt ist der Weltmeister-Trainer noch immer von seinem großen Triumph. Das verriet er jetzt im Interview mit der "Bild"-Zeitung. "Ich wache nachts auf - und die Gefühle sind sofort da. Man denkt dann nach, wie intensiv und letztlich unglaublich schön das alles war", sagte Löw.

"Erst so langsam" fange er an, den Triumph von Brasilien in seiner Gesamtheit zu realisieren. "Ich brauche noch etwas Zeit, um alles einzuordnen: Was bedeutet dieser Titel für die Zukunft? Für den deutschen Fußball? Für mich?", erzählt der Bundestrainer. Im Moment sei er noch immer überdreht, aufgewühlt, voller Emotionen und Adrenalin. "Aber eines spüre ich schon: Weltmeister, das ist ein gutes Gefühl."

Den Moment des Triumphes verglich der in Freiburg lebende Coach mit der Besteigung des Kilimandscharo im Jahre 2003. "Du bereitest dich lange, lange auf ein Ziel vor. Dann bist du kurz vor dem Ziel, du siehst den Gipfel. Und denkst auf den letzten Metern: Was kommt eigentlich, wenn ich oben bin?", sagte er.

Löw hatte am Sonntag mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft das WM-Finale in Rio de Janeiro gegen Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen. Den Siegtreffer von Mario Götze hat Löw aber "noch nicht ein einziges Mal im Fernsehen gesehen", betonte er. "Diese 113. Minute, die muss ich mir doch jetzt mal anschauen - und sie einfach nur genießen."

Als schönsten Moment der WM schilderte Löw die Eindrücke nach dem 7:1-Sieg im Halbfinale über WM-Gastgeber Brasilien zum Flughafen und später zum Hotel. "Alle Brasilianer standen an der Straße und haben uns applaudiert, obwohl ihre Mannschaft die größte Niederlage in der WM-Geschichte einstecken musste", erzählte Löw: "Tausende haben gejubelt und 'Germany' gerufen. Das war das wunderbarste Gefühl bei der WM für mich. Das werde ich nie wieder vergessen."

Seine Zukunft als Bundestrainer ließ Löw indes weiterhin offen: "Jetzt muss ich erst mal zur Ruhe kommen, in Ruhe mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sprechen, das hatten wir ohnehin vereinbart, unabhängig vom Ausgang des Turniers."

nck/DPA / DPA

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