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Deutscher WM-Auftakt "Arrogant und überheblich": DFB-Verteidiger Rüdiger soll Gegner "gedemütigt" haben

Antonio Rüdiger
Beine hoch, Zunge raus: Antonio Rüdiger zeigte gegen Japan einen seltsamen Laufstil
© PanoramiC / Imago Images
Antonio Rüdiger gehörte beim WM-Auftakt gegen Japan noch zu den besseren deutschen Spielern. Nach der Partie stand er aber wegen einer Aktion in der Kritik.

Den WM-Auftakt hat die deutsche Mannschaft ordentlich versemmelt, nach dem 1:2 gegen Japan muss die DFB-Elf schon um das Weiterkommen zittern. Entsprechend viel Kritik gab es für die Spieler, meist aber eher in sportlicher Hinsicht. Antonio Rüdiger hingegen musste sich nach der Partie wegen einer speziellen Aktion einiges anhören – ihm wurde Arroganz vorgeworfen.

In der zweiten Halbzeit war der Verteidiger auf der linken Abwehrseite in ein Laufduell mit seinem Gegenspieler Takuma Asano gegangen. Dabei fiel sein ungewöhnlicher Laufstil an: Rüdiger riss wie ein 100-Meter-Sprinter die Beine hoch und streckte die Zunge heraus. Zu dem Zeitpunkt führte Deutschland noch mit 1:0, der Auftritt Rüdigers wirkte souverän. Nachdem Japan die Partie gedreht hatte, sah er für einige Fans und Experten eher überheblich aus.

Dietmar Hamann kritisiert DFB-Verteidiger Antonio Rüdiger

Sogar der englischsprachige Twitteraccount des DFB hatte die Szene während des Spiels gepostet. Dietmar Hamann, Ex-Nationalspieler und Fußball-Experte im Fernsehen, brachte das auf die Palme. "Es ist beschämend, dass ihr das überhaupt postet. Den Gegner zu demütigen hat noch nie zum Geist des Spiels gehört. Es gibt nur einen der zwei Spieler, der heute Abend lacht – und das ist nicht Rüdiger", schrieb der 49-Jährige. "Arrogant und überheblich" sei die Aktion des Nationalspielers gewesen.

ARD-Reporter Tom Bartels kommentierte während des Spiels, Rüdiger neige oft zur Show. Und auch einigen Fans gefiel die Szene gar nicht. "Das war lächerlich", twitterte jemand. "Wer den Gegner nicht respektiert, der verdient nichts anderes", behauptete ein User nach der deutschen Niederlage, die ausgerechnet Takuma Asano, Rüdigers Gegenspieler in der Situation, mit seinem Tor zum 2:1 besiegelte.

Dabei war Rüdiger in einer erneut wackligen deutschen Hintermannschaft noch der Stabilisator. Der Abwehrspieler, der vor dieser Saison nach fünf Jahren beim FC Chelsea zu Real Madrid gewechselt war, gewann alle seine Zweikämpfe und brachte 94 Prozent seiner Pässe an den Mann.

Dass sein Laufstil etwas mit Arroganz zu tun hat, bleibt eine Interpretation von Beobachtern. Rüdiger selbst hatte in einem Sport-1-Interview erklärt: "Ich mache das, weil ich denke, dass ich so schneller bin. Wenn Leute das amüsant finden, lache ich gerne mit." Er gab aber auch zu: "Ich liebe und brauche auch die Psychospielchen und den Trashtalk mit meinen Gegenspielern, das macht mir einfach Spaß."

Quellen: Dietmar Hamann auf Twitter / "Sport1" 

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