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Australien empört sich über gesponserten Torjubel ihres Playoff-Helden

Mit seinem Tor in der WM-Qualifikation hat er für Australien die Hoffnung auf Russland 2018 am Leben erhalten. Trotzdem empören sich die Fans über Tim Cahill. Grund: Sein Jubel im Anschluss an den elementar wichtigen Treffer.

Tim Cahill

Tim Cahill bejubelt seinen 2:1-Siegtreffer für Australien gegen Syrien in der WM-Qualifikation

Mit viel Glück hat Australien in dieser Woche das syrische Fußball-Märchen in der WM-Qualifikation beendet und darf selbst weiter von einer Reise nach Russland im nächsten Jahr träumen. Nach einem mühsamen 2:1-Sieg nach Verlängerung im Rückspiel der Asien-Playoffs gegen Syrien in Sydney treffen die Socceroos nun in einer letzten interkontinentalen Playoff-Runde auf den Vierten aus Nord- und Mittelamerika - nach derzeitigem Stand Panama.

Matchwinner war wieder einmal der Rekordtorschütze der australischen Nationalmannschaft, (früher FC Everton), der beide Treffer gegen die tapferen Außenseiter aus dem Bürgerkriegsland erzielte. Im Anschluss an die Partie gab es trotzdem Ärger um den 37-Jährigen. Grund: Cahills Jubel im Anschluss an das elementar wichtige Tor in der Verlängerung, bei dem er die Arme ausbreitete und anschließend ein "T" in Richtung Tribüne formte.

Tim Cahill: Instagram-Gruß des Sponsors

Die Geste war offenbar ein Gruß an Cahills Sponsor - das australische Online-Reisebüro "TripADeal" postete bei Instagram im Anschluss an das Spiel ein (inzwischen wieder gelöschtes) Foto mit der Unterschrift: "Habt ihr Tim Cahill gesehen, unseren neuen Markenbotschafter, wie er nach seinem Siegtor gestern Abend das TripADeal-T formt? Gratulation, Tim!" Zu allem Überfluss antwortete Cahill darauf mit einer Reihe an Smileys und postete auch auf seiner eigenen Seite ein Foto, auf dem er "TripADeal" inklusive einiger Flugzeug-Symbole verlinkte:

Die Empörung unter den australischen Fans ist groß, weil der vermeintliche Retter der Nation im größten Moment offenbar in der Lage ist, so kühl kalkuliert zu agieren. Cahill habe "einen ikonischen Moment der australischen Fußballgeschichte verraten", schrieb zum Beispiel das Nachrichtenportal "news.com.au".

Für Fußball-Romantiker sind Cahills gekaufte Gesten ein unverzeihlicher Akt - aber auch nicht wirklich neu, denkt man an gespensorte Jubel-Aktionen wie die Maske von Pierre-Emerick Aubameyang oder die Unterhose von Nicklas Bendtner. Wobei ein ganz normaler Liga-Treffer nicht den gleichen Stellenwert hat wie ein Treffer in den Playoffs der WM-Qualifikation. Aber das ist für Tim Cahill vielleicht Ansichtssache.

tim

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