Interview mit Franziska van Almsick "Bin am Erwartungsdruck gescheitert"


Keine Medaille, nur Platz fünf - der Traum, ihre grossartige Karriere mit olympischem Gold zu krönen, ist ausgeträumt. In einem Interview gibt Franziska van Almsick auch der Öffentlichkeit eine Mitschuld.

Das Interview mit Franziska van Almsick wurde aufgezeichnet von Ralf Jarkowski (dpa).

Keine Medaille, nur Platz fünf - was kann man da zehn Minuten nach dem Rennen sagen?

Franziska van Almsick: "Ich habe die Form nicht gehabt, und ich habe sie auch in den letzten 24 Stunden nicht gefunden. Über so eine Zeit lache ich sonst nur, das war eine ganz schlechte Vorstellung. Der Druck war einfach zu groß."

Weil ganz Deutschland mitgefiebert, die Daumen gedrückt und so viel erwartet hat?

van Almsick: "Ist ja ganz schön, wenn ganz Deutschland vor der Glotze sitzt, aber das war einfach zu viel. Ich bin an dem Erwartungsdruck gescheitert - wieder einmal."

Was ging Ihnen beim Rennen durch den Kopf?

van Almsick: "Auf dem Startblock habe ich nur gedacht, hoffentlich ist die ganze Scheiße bald vorbei. Dann bist du nicht mehr der Mittelpunkt der Nation. Dann kann ich endlich wieder ich selbst sein."

Sie hatten sich ja auch selbst viel mehr vorgenommen?

van Almsick: "Ich weiß, ich kann viel mehr. Aber alles fällt mir hier so schwer. Ich bin einfach nur kaputt. Vielleicht ist im Training weniger manchmal doch mehr."

Ist Ihre Mission Gold damit endgültig vorbei?

van Almsick: "Gold war mein Plan und mein großes Ziel - das habe ich nicht geschafft, und das werde ich auch nicht mehr schaffen. Das waren definitiv meine letzten Olympischen Spiele."


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