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Kolumne: sterne von Athen: Wenn die Gegner im heißen Sand verglühen

Abwehrsäue, Hupfdohlen, Glut und Hitze: Seit Atlanta gelten bei den Spielen die Beach-Volleyball-Arenen als Epizentren der olympischen Beben, nichts wie hin also.

Von Rüdiger Barth

Und zwar bevor gewisse schmerbäuchige Reporter (man erinnere sich) aus ihrem Balux-Septem-Rausch erwachen und sich ebenfalls blicken lassen. Es lohnt sich. In Faliro, ganz nahe bei Piräus, tanzen atemberaubende Cheerleaderinnen, die nicht sehr im Takt sind, dafür ihre Hintern in hohen Bögen durch die Luft werfen. Aber wir sind natürlich wegen des Sports hier, wegen der Deutschen, die Großes vorhaben.

Schon die Mädels könnten es packen: Lahme/Müsch und Pohl/Rau gehören nicht zu den Besten, sind aber fit wie noch was. Und dann die Männer. Die Herren Dieckmann/Reckermann treten dermaßen konzentriert auf, dass man von der Tribüne, im schönen Schatten, Angst bekommt, dass sie unter dem Brennglas ihres Willens im Sande verglühen. Das einzige aber, was bislang verglüht, sind die Hoffnungen ihrer Gegner; Dieckmann, die Abwehrsau, hechtet und trickst und brüllt wie kein Zweiter, und der rote Reckermann schlägt humorlos über alle Blöcke.

Weil die topgesetzten Brasilianer traditionsgemäß versagen werden, holen die beiden, dieser Ausblick sei uns erlaubt, mit vollkommener Sicherheit Gold.

Wenn sie nicht geschlagen werden von Dieckmann/Scheuerpflug, dem anderen deutschen Duo, das zwar ihr zweites Spiel knapp verlor, aber so clever spielt wie kein anderes Team. Linienfuchs Andi trifft jeden Winkel des Feldes, wenn er nur will, und die ruhigere Ausgabe der Dieckmann-Zwillinge beschattet mit seinem Block die Finger der Gegner. Diese beiden vertrauen als Zusatzwaffe einem unerhört gewitzten Coach, einem Mann mit silbergrauem Vollbart und Cowboy-Blick, dessen Name absolut geheim bleiben muss, damit ihn die Kubaner und Brasilianer nicht abwerben (die wie die Flummis springen, aber niemals ihr Hirn einschalten).

Finale also: Dieckmänner/Wüstenfuchs/Rothaut. Wir werden da sein, Mittwoch in acht Tagen, auch wenn es auf der Tribüne ganz fürchterlich eng werden wird. Verdammt seien die Hupfdohlen.

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