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Olympia 2008: Gen-Doping im Selbstversuch

Vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking gibt es einen Begriff, der immer häufiger genannt wird: Gen-Doping. Fraglich bleibt, ob diese neue Stufe der Manipulation schon systematisch betrieben wird - etwa in staatlichen Labors. Der Anti-Doping-Experte Klaus Müller glaubt nicht daran, hält aber Selbstversuche durchaus für möglich.

Anti-Doping-Experte Professor Klaus Müller sieht bei den Olympischen Sommerspielen von Peking keine Gefahr durch "richtiges" Gendoping, hält aber Selbstversuche von Athleten durchaus für möglich. Es sei nicht auszuschließen, dass jemand "etwas an sich ausprobiert, das bislang nur an Mäusen getestet wurde, oder dass verantwortungslose Ärzte dabei helfen".

Das Vorstandsmitglied der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada sagte im Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" : "Gendoping wird für meine Begriffe überhöht dargestellt. "Richtiges" Gendoping mit der Aussicht auf Erfolg ist nach unserer Kenntnis noch nicht möglich, weil sich die dafür nötigen Methoden nach wie vor im Experimentalstadium befinden." Diese Methoden würden sonst längst eine größere Rolle in der Medizin spielen.

Kontrollen in China sollen sicher sein

Die gesamte Abwicklung der Kontrollen in Peking hält der ehemalige Leiter des Anti-Dopinglabors in Kreischa für sicher. Angesichts der vielen unabhängigen Beobachter könne da auch seitens der Gastgeber nicht gemauschelt werden: "Da wären die Chinesen schlecht beraten."

In welchen Sportarten vor allem mit positiven Fällen zu rechnen sei, lässt sich laut Müller schwer voraussagen. "Im Schwimmen scheint wieder mehr zu passieren, woran das liegt, weiß ich auch nicht", meinte er. Bei einst besonders gefährdeten Sportarten wie Gewichtheben und Ringen wären die Kontrollen gerade zuletzt recht erfolgreich gewesen, so dass er für Peking zwar nichts ausschließen, aber annehmen kann, dass alle gewarnt seien.

Keine absolute Chancengleichheit

Eine "absolute Chancengleichheit" gibt es trotz der Tests für Müller nicht. Man wisse, dass es Länder gibt, in denen intensive Kontrollen außerhalb des Wettkampfes - in der Vorbereitungsphase - nicht erfolgen. Zuweilen wohl auch, weil es dort technisch gar nicht möglich sei. Man könne nicht 200 Länder von der Doping-Weltagentur Wada aus kontrollieren. Fakt sei: "Wer aber bei den Spielen manipuliert, der geht ein sehr hohes Risiko ein, erwischt zu werden."

SID/tis / SID

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