HOME

Stern Logo Olympia 2008

China: Was macht eigentlich Mao?

Für Maoisten ist das neue China der Horror: Einheimische Kapitalisten konkurrieren mit Ausländischen, in Schulen werden die alten Lehren des Konfuzius gelehrt, statt blauer Einheitskleidung trägt man modischen Chic. Trotzdem gilt Mao weiter als Nationalheld Nummer eins.

Von Adrian Geiges, Peking

Die Chinesin Jung Chang hat eine umfassende Biografie Maos geschrieben, die in China verboten ist. Das Ergebnis ihrer langwierigen Recherchen fasst sie im ersten Satz des Buchs zusammen: "Mao Tsedong, der jahrzehntelang absolute Macht ausübte über das Leben eines Viertels der Weltbevölkerung, war verantwortlich für über 70 Millionen Tote in Friedenszeiten - kein anderer politischer Führer des 20. Jahrhunderts reicht hier an ihn heran."

Während viele im Westen glaubten, China habe anders als Indien den Nahrungsmittelmangel überwunden, verhungerten 1958 bis 1961 in der Volksrepublik mehr als 38 Millionen Menschen - die größte Hungersnot in der Geschichte der Menschheit. Sie wurde nicht durch Missernten ausgelöst, sondern durch Maos Größenwahn und durch seine Verachtung für das eigene Volk. Er presste den Bauern Getreide und Fleisch ab, um damit bei der Sowjetunion, der DDR und anderen sozialistischen Ländern Know-how für den Bau der Atombombe zu kaufen.

In einem wahnwitzigen Experiment, genannt "Großer Sprung nach vorn", wollte Mao Großbritannien innerhalb von 15 Jahren wirtschaftlich überholen - in jedem Dorf entstanden deshalb Stahlwerke, statt sich der Landwirtschaft zu widmen schmolzen Bauern ihre Pflüge und Kochtöpfe, um dem Staat Rohstahl abzuliefern. Als er von dem massenhaften Sterben hörte, höhnte Mao: "Die Toten sind nützlich, sie düngen den Boden."

Der nächste Irrsinn, der Millionen Menschenleben zerstörte und China um Jahrzehnte zurückwarf, war Maos "Große Proletarische Kulturrevolution" (1966-1976). Mao hetzte Schüler dazu auf, ihre Lehrer umzubringen. Krankenschwestern setzten die Ärzte ab, zwangen sie Latrinen zu putzen und lernten Maos Sprüche auswendig statt die Verletzten zu behandeln. Ein Großteil der chinesischen Kulturschätze wurde von randalierenden Rotgardisten verbrannt oder zertrümmert.

Über all das wird hier heute von einigen Intellektuellen diskutiert. Die Älteren wissen aus eigener Erfahrung davon. Aber im Schulunterricht erfährt man fast gar nichts darüber. Wenn diese wichtigen Etappen der chinesischen Geschichte überhaupt erwähnt werden, dann werden sie als "Fehler" verharmlost und der "Viererbande" um Maos Frau in die Schuhe geschoben, Mao selbst wird reingewaschen.

Nach wie vor liegt Maos Leichnam im Mausoleum auf dem Platz des Himmlischen Friedens aufgebahrt. Am Tor des Himmlischen Friedens hängt sein Porträt. Die chinesische Autorin Jung Chang sagt: "Es ist, als würde Hitlers Porträt heute am Brandenburger Tor hängen." In Musikshows singen Schlagerstars nach wie vor Loblieder auf den "Großen Vorsitzenden". Das chinesische Fernsehen zeigt oft Videoclips, in denen Bilder von Mao, dem Reformer Deng Xiaoping, dem jetzigen Parteichef Hu Jintao und seinem unmittelbaren Vorgänger Jiang Zemin hintereinander geschnitten sind. Mal abgesehen davon, dass in einer Geschichtsklitterung hier die Hälfte der ehemaligen KP-Vorsitzenden weggelassen wird: Die Propaganda zeigt die jetztige Führung in einer Traditionslinie mit Mao.

Das ist absurd, denn Deng Xiaoping musste während der Kulturrevolution in einem Traktorwerk arbeiten, sein Sohn wurde zum Krüppel geschlagen. Mao würde sich im Mausoleum umdrehen, wüsste er von der Reform und Öffnung Chinas, die vor 30 Jahren begann.

Warum machen die das? Ließe die KP eine breite Diskussion über Maos Verbrechen zu, würden sich viele Leute fragen: Warum ist diese Partei, die so viel Elend über China gebracht hat, weiter an der Macht? Für viele einfache Chinesen bleibt Mao der Mann, der China wieder geeint und zu Größe geführt hat, nach Erniedrigung durch die Kolonialherren, japanischer Besatzung und Bürgerkrieg. Er hat den Chinesen den Stolz zurückgegeben, insbesondere den Arbeitern und Bauern, die in der vorherigen Feudalgesellschaft verachtet wurden. Deshalb hält Chinas Führung an Mao fest, und sei es nur zum Schein. Oder auf dem Schein. Mao wollte einst das Geld abschaffen. Heute prangt sein Porträt auf vielen Banknoten.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(