Basketball Nowitzki dunkt ab


Sein großer Traum war, einfach nur dabei zu sein. Zum Abschied Dirk Nowitzkis von Olympia verlor das deutsche Basketball-Team im letzten Gruppenspiel gegen die USA - ein für den deutschen Superstar unwürdiges Debakel.
Von Christian Ewers, Peking

Sie hätten sich keinen besseren Gegner wünschen können. Team USA, die stärkste Basketball-Mannschaft der Welt, stand bei ihrem Abschiedsspiel auf dem Parkett. Diese eine Partie noch, eine letzte schöne Erinnerung, so wollten sie abtreten: Dirk Nowitzki, Patrick Femerling und Pascal Roller. Drei Nationalspieler, die den deutschen Basketball in den vergangenen zehn Jahren geprägt haben. Jetzt gehen sie, aber dieser Montagabend in Peking war kein Fest, er war eine Demütigung. 57:106 verlor die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) ihr letztes Vorrundenspiel. Sportlich hatte die Pleite keine Bedeutung. Nach der Niederlage am Samstag gegen China war das Scheitern im olympischen Turnier bereits besiegelt gewesen.

Ein Nowitzki ist durch niemanden zu ersetzen

Seit heute ist die so genannte "Generation Nowitzki" also Geschichte. Jene Spieler, die heute um die 30 sind, stehen Bundestrainer Dirk Bauermann in Zukunft nicht mehr zur Verfügung. "Ich mache jetzt ein paar Jahre Pause", sagte Dirk Nowitzki nach der Partie. "Ob ich noch für’s Nationalteam spiele, möchte ich offen lassen. Ich brauche erst einmal Abstand." Für die Europameisterschaft 2009 hat der Flügelspieler der Dallas Mavericks bereits abgesagt. "Bei der Eröffnung der Olympische Spiele vor 90.000 Zuschauern die deutsche Fahne zu tragen, war eine gigantische Erfahrung für mich", sagte er. "Da mag ich an eine EM in Polen gar nicht denken. Es ist ein guter Zeitpunkt auf dem Höhepunkt aufzuhören."

Auf Trainer Bauermann wartet nun viel Arbeit. Jahrelang hatte er das Team und die Taktik auf Nowitzki zugeschnitten - nun muss neues Personal her und eine neue Strategie. Ziel ist es, eine Mannschaft für die Olympischen Spiele 2012 aufzubauen. Vorwiegend mit Spielern, die derzeit in der U20-Nationalmannschaft spielen. "Es kann durchaus passieren, dass wir uns in Europa wieder hinten anstellen müssen", sagte Bauermann. "Ein Dirk Nowitzki ist durch niemanden zu ersetzen."

Eine Legende gefeiert wie ein Popstar

Bauermann nahm seinen Besten gegen die USA in der 33. Minute vom Feld. Es war für den deutschen Basketball ein historischer Augenblick - nie hat es einen stärken Nationalspieler gegeben, nie einen prominenteren, und nie einen, der in der Fremde mehr galt als in der Heimat. In China wird Nowitzki in diesen olympischen Tagen gefeiert wie ein Popstar, die Halle kreischte bei jedem seiner Würfe, und schier unerträglich wurde der Lärm, als Nowitzki am Montag bei seiner Auswechslung ins Publikum winkte. Nowitzki spielte elf Jahre lang für die DBB-Auswahl und absolvierte 128 Länderspiele. Sein letztes, das gegen die USA, war eines seiner schlechtesten. Eigentlich ein Grund, nocheinmal wieder zu kommen und es besser zu machen. In London 2012.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker