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Olympia: Slalom: Neureuthers neue Gelassenheit

Lange litt er unter Versagensängsten, dann kam der Sieg in Kitzbühel. Seither ist bei Felix Neureuther die Verkrampfung der Gelassenheit gewichen. Sie macht ihn heute im Slalom zu einem Medaillenfavoriten.

Von Mathias Schneider, Vancouver

Da ist diese Klamm, nicht weit entfernt von Felix Neureuthers Haus in Garmisch Partenkirchen, er kann das Fahrrad nehmen, um hinüber zu fahren. Die Klamm, das ist eine tiefe Schlucht, wie man sie in den Bergen öfter findet, eine Art Felsspalte. Im Sommer haben sie ein Drahtseil hinüber gespannt, es war eine jener Übungen, die das Zutrauen in die eigene Fähigkeit testen sollten, die Stressresistenz.

Felix Neureuther, 24, hat sich also aufgemacht, die Schlucht zu überqueren. Er liebt die Gefahr, es ist wohl so ein Skirennfahrer-Ding, sie fahren ja auch alle gern schnell Auto oder auch mal Mountainbike, Hauptsache ein Kick. "Ich habe es dreimal probiert", sagt Neureuther. Jedes mal ist er bis zur Mitte gekommen, "dann denkt man aber immer darüber nach, komm bloß rüber."

Er hat es nicht geschafft. Die Sicherung bewahrte ihn vor Schlimmeren. "Ich war einfach noch nicht bereit", sagt er. Was wäre wenn, und was ist, wenn nicht, es sind diese beiden Szenarien, die ihm immer wieder im Kopf herumspukten, nicht nur bei waghalsigen Koordinationsübungen. Auch im Job machte ihm der Konjunktiv allzu oft zu schaffen. Neureuther ist ein professioneller Skifahrer. Er fährt Slalom. Lange galt er als uneingelöstes Versprechen, dann kam Kitzbühel im Januar, und aus heiterem Himmel gewann er das bedeutsamste Rennen des Weltcupwinters.

"Ich wollte einfach nur ordentlich runter fahren"

Plötzlich war da kein Raum mehr für Selbstzweifel, kein Zaudern, keine überhöhten Erwartung an sich. Felix Neureuther fuhr einfach an jenem Morgen vor 30.000 Menschen, und als er nach Durchgang eins auf Rang drei lag, also wieder in der Mitte jener ganz persönlichen Felsspalte in seinem Kopf steckte, da meldete sich die innere Stimme diesmal nicht. "Ich bin ganz ruhig geblieben und wollte einfach nur ordentlich runter fahren", erzählt er später.

Er siegte.

Wenn heute im Slalom die letzte olympische Medaille bei den Alpinen vergeben wird, zählt er nun plötzlich zu den Favoriten. Kitzbühel, das ist seine ganz persönliche Katharsis gewesen. Befreit von der Angst, als ewiges Talent in der Versenkung zu verschwinden, fährt er nun. Befreit von der Sorge, deshalb Mitleid und Spott zu ernten, wo immer er auftaucht, ob im Weltcup oder zu Hause in der Fußgängerzone. Er hat sich über solche Dinge Gedanken gemacht, sie haben ihn lange angreifbar gemacht, wenn der Stress des Wettkampfs ohnehin an den Nerven zerrt.

Erst als er begann, weniger von sich zu erwarten, fand er zu jener Gelassenheit, die es braucht, um im entscheidenden Moment nicht von den Emotionen übermannt zu werden. Weil dieser Neureuther, ein sensibler Kerl, sich aber noch immer leicht anstecken lässt von guten wie schlechten Schwingungen, dürfte er heute noch ein bisschen gefährlicher sein als sie in Österreich, Kroatien oder Frankreich ohnehin befürchtet wird.

Neureuther ohne Druck

Bereits drei Goldmedaillen holten die Frauen des Deutschen Skiverbandes, zwei davon Maria Riesch, wie Neureuther aus Garmisch. Alle Erwartungen der Delegation wurden damit schon jetzt übertroffen. Neureuther kann seine zweiten Olympischen Spiele befreit angehen.

Das Ergebnis ist bereits im Riesenslalom zu besichtigen gewesen: Er fuhr er auf einen für ihn überragenden achten Rang. Er will Olympia jetzt einfach nur genießen - und nächsten Sommer, da wird er wohl wieder diese Drahtschnur über die Schlucht von Garmisch spannen. Er wird sich dann noch einmal versuchen. Viel deutet darauf hin, dass die Klamm sich dann einem ebenbürdigen Gegner gegenüber sieht.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(