Olympia 2018 Kati Witt auf Stimmenfang für Münchens Bewerbung


Mit Charme, Carmen-Dutt und Charisma wirbt Katarina Witt in der virtuellen und realen Welt für die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018.

Mit Charme, Carmen-Dutt und Charisma wirbt Katarina Witt in der virtuellen und realen Welt für die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018. "Ich habe gedacht, wenn wir da oben sitzen, erinnert sich jeder an die 'Carmen'", sagte die 44-jährige Olympia-Botschafterin in Vancouver nach der Kurz- Präsentation des Münchner Konzepts vor der Weltpresse, "und die Frisur steht mir einfach gut." Mit hochgesteckten Haaren siegte sie 1988 in Calgary mit ihrer legendären Darstellung des spanischen Vollweibs zum zweiten Mal nach 1984. Heute versucht das einst "schönste Gesicht des Sozialismus" die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu bezirzen, um Stimmen für München zu gewinnen.

"Ich glaube, dass man mir anmerkt, dass mein Herz noch für die Spiele und die Wettkämpfe schlägt", nennt Kati Witt einen Vorteil ihres Engagements. Ihre Anziehungskraft vor allem bei den vorwiegend älteren IOC-Herren ist ungebrochen. "Das schöne ist, dass viele mich kennenlernen und über meine Vergangenheit reden wollen." Schließlich könne man nicht einfach rumlaufen und aufdringlich sein. "Es gibt einen Punkt, da muss man auch sehr sanft mit der Sache umgehen", sagte die Sächsin, von deren diplomatischem Geschick Münchens Bürgermeister Christian Ude begeistert ist: "Im Gespräch mit IOC- Mitgliedern habe ich erlebt, wie ehrlich und klug sie auf politische Fragen eingeht und wie atmosphärisch sie Menschen mitreißen kann."

Der früheren Eis-Königin ist dieses Sonderlob nicht entgangen. "Ich habe das gelesen und ich freue mich über das Kompliment, dass ich das Beste für München gebe", meinte Kati Witt, die bis zum Ende der Vancouver-Spiele einen prall gefüllten Terminkalender hat. "Im Moment sind 20 Stunden keine Seltenheit, aber es macht mir überhaupt nichts, denn wir sind bei Olympischen Spielen."

Abgesehen von ihrem Münchner Engagement kommentiert sie als ARD- Fernsehexpertin die olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe und dreht für den Sender jeden Tag ein Tagebuch "mit Geschichten über Vancouver und die Menschen". Und wenn sie spät abends ins Hotel kommt ("Manch mal um drei Uhr in der Frühe") berichtet Kati Witt auch noch in den Internet-Netzwerken "Facebook" und "Twitter" über ihre Erlebnisse. "Ich habe schon 171 Freunde bei Facebook", berichtete sie freudestrahlend bei der Pressekonferenz für München 2018. "Ich fange gerade mit all diesen neuen Dingen an und es ist ganz witzig." Nach der Kurzkür der Paare und Platz zwei der deutschen Mitfavoriten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy twitterte sie zum Beispiel schnell: "Super Leistung. Können sie Gold holen? Yes they can!"

Ob im World Wide Web oder in der olympischen Wirklichkeit - "Katarina die Große" ist omnipräsent. Nach dem morgendlichen Joggen geht es rund: Im Fahrstuhl begegnete sie Arnold Schwarzenegger, drehte mit der Musical-Diva Anna-Maria Kaufmann für ihr TV-Tagebuch, traf Elizabeth Manley 22 Jahre nach den Calgary-Spielen zu einem Eis- Revival oder lauscht Popsänger Bryan Adams bei einem Privatkonzert. Hinzu kommen Interviews mit zahlreichen Fernsehsendern aus Australien, Brasilien oder Südkorea. "Natürlich fühle ich mich von Calgary 1998 und meinen US-Erfahrungen hier wie zu Hause und werde oft gefragt", sagte Kati Witt über ihren ungebrochenen Ruhm. Und München profitiert davon.

Andreas Schirmer, DPA DPA

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