Olympia in Vancouver Ryan Kesler stoppt die kanadische Eishockey-Party


Ausgerechnet Lokalmatador Ryan Kesler hat die kanadische Eishockey-Party in Vancouver vorerst gestoppt. Mit seinem Schuss ins leere Tor 45 Sekunden vor Schluss besiegelte der Stürmer der Vancouver Canucks die 3:5 (1:2, 1:1, 1:2)-Pleite des Goldfavoriten Kanada gegen die USA.

Ausgerechnet Lokalmatador Ryan Kesler hat die kanadische Eishockey-Party in Vancouver vorerst gestoppt. Mit seinem Schuss ins leere Tor 45 Sekunden vor Schluss besiegelte der Stürmer der Vancouver Canucks die 3:5 (1:2, 1:1, 1:2)-Pleite des Goldfavoriten Kanada gegen die USA.

Die Gastgeber um Superstar Sidney Crosby müssen nun Überstunden machen und gegen die deutsche Nationalmannschaft um den Viertelfinal-Einzug spielen.`Es ist etwas ganz Besonderes, die Kanadier hier zu schlagen´, sagte Kesler. Während die junge US-Mannschaft durch Platz eins in der Gruppe A auf direktem Weg in die Runde der letzten Acht einzog, muss der siebenmalige Olympiasieger am Dienstag (16.30 Uhr Ortszeit/Mittwoch 1.30 Uhr MEZ) im Play-off gegen die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) antreten.

Im Viertelfinale wartet dann Weltmeister Russland, der dank Stanley-Cup-Sieger Jewgeni Malkin in der Gruppe B das Direktticket löste. Der Stürmer der Pittsburgh Penguins steuerte zwei Tore zum 4:2 (1:1, 1:0, 2:1)-Sieg gegen Tschechien bei und stahl Superstar Alexander Owetschkin die Show.

Am Abend sicherte sich Olympiasieger Schweden mit einem 3:0 (1:0, 2:0, 0:0) gegen den Erzrivalen Finnland den Sieg in der deutschen Gruppe C. Doch auch der Verlierer durfte sich freuen: Die Finnen qualifizierten sich als bester Gruppenzweiter ebenfalls direkt.

Dank der Tore von Brian Rafalski (1. und 10.), Chris Drury (37.), Jamie Langenbrunner (48.) und Kesler (60.) nahmen die USA erfolgreich Revanche für das verlorene Olympia-Finale von 2002 und feierten ihren ersten Sieg gegen den großen Rivalen bei Winterspielen seit 1960. Gutes Omen: Damals gewannen sie Gold. `Wir wissen, dass wir jetzt jeden schlagen können´, sagte Rafalski.

Für die Kanadier erzielten Eric Staal (9.) und Dany Heatley mit seinem vierten Turniertor (24.) zweimal den Ausgleich. Crosbys Anschlusstreffer drei Minuten vor Schluss reichte nicht mehr. `Wir haben viele Chancen kreiert, den Puck gehalten, aber einfach nicht das nötige Glück gehabt´, sagte Crosby, der bis zu seinem Tor kaum Akzente setzte: `Aber es war eines unserer besseren Spiele.´Vor 16.500 Zuschauern kamen die Gastgeber in einem hart umkämpften Spiel nicht richtig in Fahrt. Ein Schwachpunkt war ausgerechnet Star-Goalie Martin Brodeur. Bei zwei Gegentoren rutschte ihm der Puck durch die Beine, beim 2:3 missglückte ein Ausflug aus dem Tor.

Zum Auftakt des Super Sunday mit der Revanche der letzten drei Olympia-Endspiele hatte Malkin in der Neuauflage des Nagano-Finales das 1:0 (16.) und das 3:1 (42.) für die Russen erzielt. Den dritten Treffer markierte Wiktor Koslow (26.), zwölf Sekunden vor Schluss traf zudem Pawel Dazjuk ins leere Tor.

NHL-Topscorer Owetschkin ging zwar leer aus, sorgte aber dennoch für Aufsehen: Unter dem Jubel der Fans streckte der Torjäger der Washington Capitals mit einem harten Bodycheck den tschechischen Altstar Jaromir Jagr nieder. `Der Check hat nicht wehgetan, aber ich habe einen Fehler gemacht, der wehtut´, sagte der 38-Jährige, der letzte verbliebene Nagano-Olympiasieger im Team des elfmaligen Weltmeisters. Jagrs Scheibenverlust führte zum 1:3.

Für die Tschechen erzielte Tomas Plekanec den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (20.). Milan Michalek gelang nur noch der Anschlusstreffer (55.). Loui Eriksson (7. und 39.) und Nicklas Bäckström (25.) schossen Schweden in der Neuauflage des Turin-Endspiels gegen Finnland zum Sieg.

SID SID

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