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Olympisches Komitee: Sponsoren sollen Kampf gegen Doping unterstützen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sieht die Wirtschaftspartner des Sports in einer neuen weltweiten Offensive gegen Doping gefordert. `Es ist sehr viel Geld im Sport. Warum sollen nicht Sponsoren oder die Sportartikel-Industrie einen Teil dieser Kosten übernehmen?´, sagt Prof. Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen Kommission im IOC.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sieht die Wirtschaftspartner des Sports in einer neuen weltweiten Offensive gegen Doping gefordert. `Es ist sehr viel Geld im Sport. Warum sollen nicht Sponsoren oder die Sportartikel-Industrie einen Teil dieser Kosten übernehmen?´, sagt Prof. Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen Kommission im IOC. Der Kampf gegen die Leistungsmanipulation verschlingt international jährlich 50 Millionen Dollar (36,85 Mio. Euro).

Ljungquist redet dabei nicht nur von einer Verdopplung der Kontrollzahlen. Von welchen Dimensionen er spricht, ist leicht ausrechenbar, wenn er sagt: `Wir haben derzeit international 250.000 bis 300.000 Kontrollen im Jahr. Aber es gibt mehrere Millionen registrierte Athleten. Sie müssen alle davon ausgehen können, dass sie einige Male im Jahr getestet werden.´ Ljungqvist sieht es so: `Im Vorfeld von Vancouver wurden viele Athleten ertappt. Darum gibt es hier weniger Betrüger.

Aber dies sollte auch bei weniger wichtigen Meisterschaften gewährleistet sein. Die Doper müssen vorher aussortiert werden.´Eine Notwendigkeit zur Erhöhung der Kontrolldichte bei Olympia sieht Ljungqvist allerdings nicht. `Die aktuelle Zahl reicht aus´, sagt der Schwede. In Vancouver sollen über 2000 Tests erfolgen, bei den Sommerspielen 2008 in Peking wurden 4770 Kontrollen durchgeführt.

Nach dem ersten positiven Test eines Athleten auf Wachstumshormone (HGH) - allerdings außerhalb von Olympia - gehört Ljungqvist nicht zu den Optimisten, die den Kampf gegen die Seuche des Sports hier schon fast gewonnen sehen. `Der Athlet wurde bei einem Trainingstest überführt. Innerhalb eines Wettkampfs ist dies ungleich schwieriger. Es gibt nur ein kleines Zeitfenster, in dem die HGH-Zufuhr feststellbar ist´, sagt Ljungvist.

Der Schwede macht angesichts der nur 450 Bluttests unter gut 2000 Kontrollen in Vancouver somit wenig Hoffnung, dass ein Athlet mit Wachstumshormonen überführt werden kann. Er bestätigt jedoch: `Im Urin ist dieses Hormon nicht auffindbar. Aber es gibt weltweit mehrere Institute, die dieses Problem lösen wollen.´Ljungquist verweist darauf, dass alle Proben seit den Winterspielen 2006 in Turin über acht Jahre für Nachtests eingefroren werden. `Wer seine Medaillen in Vancouver nicht ehrlich gewonnen hat, muss bis 2018 zittern´, sagt der frühere Hochspringer. Außerdem sei Blutdoping künftig nach Feststellung körpereigener Grundwerte jedes Athleten durch einen `biologischen Pass´ viel besser zu entdecken.

Ljungqvist sieht nicht nur durch das Ausbleiben positiver Tests in Vancouver Anzeichen dafür, dass es mehr saubere Athleten gibt als in der Vergangenheit. `Bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin siegten Athleten mit Leistungen, die vor 20 Jahren nicht fürs Finale gereicht hätten´, sagt er. Ein einziger Hammerwerfer habe 23 Jahre nach den 86-m-Würfen von Weltrekordler Juri Sedych die 80 Meter übertroffen.

SID / SID

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