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Bob: André Lange will Super-Coup landen

Die deutschen Bob-Teams haben nach Querelen zu Saisonbeginn endlich in die Erfolgsspur zurückgefunden. Bei den olympischen Rennen im Whistler Sliding Center gelten sie als Topfavoriten, allen voran der Oberhofer André Lange.

Der erfolgreiche Oberhofer André Lange möchte bei seinem Abschied in Vancouver Sportgeschichte schreiben. Als erster Pilot kann er im Viererbob den olympischen Hattrick schaffen. Zudem könnte er seinen Doppelsieg von Turin wiederholen, was vor ihm noch kein Bobfahrer geschafft hat. "Olympia hat immer seine eigenen Gesetze, mit diesem Druck und dem ganzen Drumherum muss man erst einmal klarkommen", sagt der dreimalige Olympiasieger, der zuletzt mit zwei Siegen in der Königsklasse seine Ambitionen unterstrich.

Entscheidend wird seine Materialwahl sein, denn nach dem schweren Trainingssturz im November mit dem nagelneuen Singer-Bob will Lange bei Olympia mit dem neuen "407er" von der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte in Berlin (FES) gegen den Bo-Dyn- Schlitten "Night Train" von Weltmeister Steven Holcomb antreten. "Wir liegen voll im Soll und werden den Bob bis Olympia immer wieder optimieren", verspricht FES-Direktor Harald Schaale. "Es macht richtig Spaß mit der Kiste, die Jungs haben einen Klasse-Job zuletzt gemacht", meint Lange, der sich vor dem Jahreshöhepunkt wieder die Haare Gold einfärben lässt.

Die Initialzündung für Olympia

Ebenfalls rechtzeitig in die Erfolgsspur gefunden hat der Riesaer Thomas Florschütz. Mit seinem neuen "Kraftpaket" Richard Adjei, dem ersten dunkelhäutigen Anschieber im deutschen Bobsport, fuhr er in Königssee im Zweierbob seinen ersten Saisonsieg ein. Der WM-Zweite Florschütz ließ sogar die Olympiasieger Lange/Kevin Kuske sowie den Schweizer Beat Hefti hinter sich. "Das war hoffentlich die Initialzündung für Olympia. Ich hoffe, dass die zweite Saisonhälfte deutlich besser wird", sagt Florschütz.

Mit Adjei (1,90 Meter/110 kg) hat er einen der besten deutschen Anschieber an der Bremse. "Ich habe für diesen Erfolg lange und hart gearbeitet und wurde früher dafür von einigen oft belächelt", sagt der frühere American Footballer Adjei, der in Düsseldorf geboren wurde. Bei den Frauen haben sich vor Vorzeichen geändert. Mit dem Wechsel von Anschieberin Romy Logsch von Olympiasiegerin Sandra Kiriasis zu Cathleen Martini änderte sich auch die Siegerliste. Vier Weltcup- Siege verbuchte die Oberbärenburgerin Martini mit Logsch, während die Seriensiegerin aus Winterberg immer noch auf ihren ersten Saisonerfolg wartet. Da half auch der interne Tausch der Anschieberinnen von Pilotin Claudia Schramm (Oberhof) und Kiriasis wenig.

Frank Kastner/DPA / DPA

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