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Olympia in Vancouver: Nordische Kombinierer feiern Bronze

Nach einer grandiosen Aufholjagd sicherten sich die deutschen Kombinierer im Team-Wettbewerb die Bronze-Medaille. Nach dem Springen von der Großchance lagen die sie noch auf dem fünften Rang, in der Loipe konnte sie selbst ein schwerer Sturz nicht mehr aufhalten.

Deutschlands Kombinierer haben im Schneetreiben von Whistler Team-Bronze gerettet. Nach dem Springen von der Großchance waren sie als Fünfte in den Staffel-Langlauf gestartet und liefen nach einer grandiosen Aufholjagd noch auf den dritten Rang. Nach sechsmal Silber hintereinander bei Großereignissen kosteten das Quartett mit der Deutschland-Fahne auf der Wange Patzer von Vizweltmeister Tino Edelmann beim Springen und Laufen die Goldchance. Olympiagold holte sich überraschend Österreich vor den USA.

"Wir haben die erhoffte Medaille. Die Jungs sind grandios gelaufen", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, der vor den Winterspielen noch Gold als Ziel ausgegeben hatte. Schlussläufer Björn Kircheisen (26), Tino Edelmann (24), Eric Frenzel (21) und Johannes Rydzek (18) hatten 19,5 Sekunden Rückstand auf Österreich mit dem nunmehr dreimaligen Olympiasieger Felix Gottwald. Die seit Olympia 2002 für Deutschland reservierte Silbermedaille holten diesmal die USA.

Das Springen lief nicht optimal


Kircheisen und Co. hatten im Wirbelwind des Callaghan Valley schon beim Springen fast alle Chancen auf das erste Team-Olympiagold seit 1988 eingebüßt. Edelmann patzte mit einem Hüpfer auf 123 Meter schwer, die anderen drei konnten das nicht wieder gutmachen. "Wir sind nicht da, wo wir hingehören. Aber das Windglück war nicht auf der deutschen Seite", hatte Weinbuch gesagt.

Auch Frenzel war "leicht ernüchtert, weil wir uns mehr ausgerechnet haben". Das deutsche Quartett ging als Sechster mit 45 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Finnland auf die 4x5-km-Laufstrecke, und die von Weinbuch ausgegebene Devise lautete "volle Attacke".

Startläufer Rydzek setzte die Devise gleich in die Tat um, holte die als Dritter gestarteten Österreicher ein und begab sich mit einer fünfköpfigen Verfolgergruppe auf die Jagd nach dem Spitzenduo mit Finnland und den USA. Der Schneefall half den Verfolgern, und so konnte Rydzek nach einer überragenden Leistung mit nur noch 11,2 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter USA als Fünfter an Tino Edelmann übergeben.

Edelmann legte sich flach


Der wollte seinen schwachen Sprung wieder gutmachen und holte den Rückstand nach vorn mit einem beherzten Antritt zunächst auf. Doch dann stürzte er in einem Anstieg wie ein Anfänger, die USA und Österreich enteilten. Das war die Vorentscheidung im Kampf um Gold, bei Halbzeit lag das deutsche Team mit 16,9 Sekunden Rückstand auf Platz vier.

Eric Frenzel zeigte danach eine taktisch kluge Leistung, distanzierte Frankreich und übergab als Dritter mit 25,8 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Österreich an Schlussläufer Kircheisen. Der olympische Silbergewinner von 2002 und 2006 raste los wie die Feuerwehr, hatte den Rückstand bei Halbzeit der Schlussrunde auf 14 Sekunden halbiert, doch dann fehlte die Kraft. Er schüttelte den Kopf und rettete Bronze ins Ziel.

Bei den Winterspielen vor vier Jahren in Turin hatten die deutschen Winterzewikämpfer dank Georg Hettich noch einen kompletten Medaillensatz mit nach Hause genommen. Der Schwarzwälder war diesmal nur Ersatzmann.

Lars Becker und Tom Vaagt, SID / SID

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