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Olympia 2012: Essgewohnheiten: Burger futtern, ohne fett zu werden

Schokolade und Eis bis zum Abwinken und trotzdem eine megatolle Figur: Für viele ein Traum, der sich nie erfüllen wird. Nicht so bei Spitzensportlern. Bei ihnen heißt es: Fastfood und Zucker satt.

Fettige Pommes, triefende Cheeseburger, Milchshakes, Sahne, Schokolade, Eiskrem. Wenn olympische Sportler aufzählen, wovon sie sich ernähren, klingt das eher nach Fettleibigkeit denn nach Stromlinienförmigkeit. "Ich liebe fettige Nachspeisen", zitiert "The Wall Street Journal" Nathan Adrian, der in der 4x100-Meter-Staffel die Silbermedaille mitverdient hat. "Es gibt keine Schokolade, an der ich vorbeigehen kann", sagt Schmetterlingsschwimmerin Kathleen Hersey, während Goldmedaillengewinnerin Missy Franklin Gummibärchen vorzieht. Und Brustschwimmexperte Scott Weltz steht "auf fettige Cheeseburger".

Zwischen 7000 und 9000 Kalorien nehme Brustschwimmerin Breeja Larson in Trainingszeiten zu sich, zitiert der Bericht Diana Harbourt, Ernährungswissenschaftlerin von der Universität Texas. Dabei habe Larson nur elf Prozent Körperfett. "Für Frauen ist es nicht empfehlenswert, unter zwölf Prozent zu gehen", so Harbourt. Aber Larson sei eben "außergewöhnlich".

Brot und Cornflakes reichen nicht

Beim Training verbrennen Leistungsschwimmer Tausende Kalorien, und die müssen sie irgendwie wieder auffüllen. Das sei irgendwann mit Brot und Cornflakes nicht mehr zu machen, sagt Joel Stager, Physiologe und Chef des Zentrums für Schwimmwissenschaften an der Universität von Indiana. "Normalerweise würde man so etwas natürlich niemandem empfehlen." Stager hatte vor ein paar Jahren einen wahren Schokomilch-Boom unter Wettkampfschwimmern ausgelöst, als er herausfand, dass der darinenthaltene Zucker und die Nährstoffe die beste Mahlzeit für Schwimmer seien, heißt es weiter. Allison Schmitt hat nach dem Halbfinale über 200 Meter Freistil am Montag Schokomilch getrunken.

Aber es geht auch anders. Garrett Weber-Gale, der vor zwei Jahren in Peking mit der Schwimmstaffel zwei Goldmedaillen gewonnen hat, will von der Fastfood-Zucker-Diät nichts wissen. Er hat nach Olympia Koch gelernt und ist mit der Webseite AthleticFoodie.com online gegangen. Darauf gibt er Tipps zur gesunden Ernährung: pro Vollkornprodukte, contra raffinierter Zucker. Allerdings ist er in London nicht mit dabei. Bei der Vorausscheidung wurde er nur Achter.

sal

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