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Olympia 2012: Tennis Andy Murrays großer Tag


Andy Murray hat Gold im Tennis-Einzel gewonnen. Im Finale deklassierte der Schotte Roger Federer. Die britischen Fans in Wimbledon stimmten gar Fangesänge an.

Andy Murray schlug die Hände vors Gesicht und sank überwältigt auf die Knie. Danach rannte der 25 Jahre alte Tennis-Profi auf die Tribüne und umarmte seine Freundin, während Roger Federer geschlagen und gedemütigt den Centre Court von Wimbledon verließ. Mit dem Einzel-Olympiasieg in London ist der Schotte Murray endgültig in den Herzen aller Briten angekommen. Er ist der erste britische Tennisspieler mit Einzel-Gold seit Josiah Ritchie 1908.

Murray deklassierte am Sonntag im Endspiel den Schweizer Weltranglisten-Ersten Federer mit 6:2, 6:1, 6:4 und feierte damit den ersten großen Titel seiner Karriere. Zugleich nahm er Revanche für die Niederlage im Wimbledon-Endspiel vier Wochen zuvor. Nach gerade einmal 1:56 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball mit einem Ass. "Unglaublich! Ich habe ein paar schwere Niederlagen kassiert in meiner Karriere. Das war der beste Weg, nach Wimbledon zurückzukommen", sagte Murray nach der stärksten Leistung seines Lebens.

Wenige Stunden nach seinem Gold-Coup im Einzel verpasste er im Mixed zusammen mit Laura Robson seinen zweiten Olympiasieg nur knapp. Das britische Duo musste sich der weißrussischen Paarung Victoria Asarenka und Max Mirnji nach Match Tie Break mit 6:2, 3:6, 8:10 geschlagen geben.

Federer muss weiter auf sein erstes Einzel-Gold bei Olympia warten. Vor vier Jahren hatte der Eidgenosse in Peking zusammen mit seinem Landsmann Stanislas Wawrinka den olympischen Wettbewerb im Doppel gewonnen. "Es ist schade, aber es war trotzdem ein großer Tag für mich. Vielleicht war ich emotional erschöpft. Er war besser, viel besser als ich, aber ich bin mit Silber zufrieden", sagte Federer. "Ich habe Silber gewonnen und nicht Gold verloren." Die Niederlage am Sonntag erinnerte an das French-Open-Finale 2008. Damals war Federer gegen den in London verletzt fehlenden Peking-Olympiasieger Rafael Nadal beim 1:6, 3:6, 0:6 genauso chancenlos.

Bronze ging in London an Juan Martin del Potro. Der Argentinier gewann am Sonntag 7:5, 6:4 gegen den Serben Novak Djokovic. Im Halbfinale hatte der 23 Jahre alte US-Open-Champion von 2009 in einer hochdramatischen Partie über mehr als vier Stunden in drei Sätzen gegen Federer verloren. Djokovic hatte sich Murray geschlagen geben müssen und verpasste am Ende eine weitere Medaille nach Bronze 2008 in Peking.

+++Drittes Doppel-Gold für Williams-Schwestern+++

Die amerikanischen Tennisspielerinnen Serena und Venus Williams haben in London ihren dritten Olympiasieg im Doppel gefeiert. Die beiden US-Schwestern gewannen am Sonntag in Wimbledon 6:4, 6:4 gegen das tschechische Duo Andrea Hlavackova und Lucie Hradecka. Schon 2000 in Sydney und vor vier Jahren in Peking hatten sie sich die Goldmedaille gesichert. Für Serena Williams war es nach ihrem eindrucksvollen Triumph im Einzel gegen die Russin Maria Scharapowa am Samstag die zweite Goldmedaille in der britischen Hauptstadt und der vierte Olympiasieg insgesamt. Venus Williams hatte 2000 im Einzel triumphiert und hat nun ebenfalls viermal Gold geholt.

feh/DPA DPA

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