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Olympia 2012: Deutsche Kanuten haben Großes vor

Die deutschen Kanuten haben sich bei den Olympischen Spielen 2012 in London neun Medaillen als Ziel gesetzt. Katrin Wagner-Augustin strebt gleich zwei Goldmedaillen an.

Aus der beschaulichen Stille des brandenburgischen Kienbaum kamen forsche Töne. "Wir wollen mindestens neun Medaillen." Thomas Konietzko ließ sich bei seiner Zielstellung für die Olympischen Spiele nicht lumpen: Deutschlands Renn- und Slalomkanuten wollen ihre Stellung als Nummer 1 unter den nationalen Sommersportverbänden behaupten. "Wir sind selbstbewusst. Nicht weil wir überheblich sind, sondern weil wir analysiert haben, was wir können", erklärte der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) zum Beginn der heißen Vorbereitungsphase.

Die Idylle des Liebenberger Sees und der grünen Wälder am Ufer waren für die Rennkanuten nur Kulisse für knallhartes Training. Denn auf dem Dorney Lake unweit der königlichen Residenz Windsor soll es wie zuletzt bei der EM in Zagreb sieben Medaillen geben. "Die EM hat uns den letzten Schub gegeben, dass unser Weg richtig ist", meinte der DKV-Chef.

Erfolgreiche EM als Basis

In den zwölf olympischen Wettbewerben von Zagreb gewannen die Kanuten viermal Gold und dreimal Silber. Gleich zwei Titel holte Katrin Wagner-Augustin aus Potsdam, die nach ihrer Babypause im Einer sowie mit Carolin Leonhardt, Tina Dietze und Franziska Weber im Vierer jeweils über 500 Meter als Schnellste durchs Ziel paddelte. Mit beiden Booten ist die 34-Jährige auch in London auf Gold programmiert.

Favoriten sind desgleichen Sebastian Brendel (Potsdam) im Canadier und Max Hoff (Essen) über die 1000-Meter-Distanz. "Wir können erstmals in allen drei Einer-Disziplinen, den Königsdisziplinen, um die Medaillen mitfahren", sagte Verbandspräsident Konietzko. Sportdirektor Jens Kahl warnte jedoch vor überzogenen Erwartungen an die 16 nominierten Männer und Frauen. Denn bei der EM hätten zum Beispiel Russland sowie die Übersee-Nationen gefehlt. "Das Ziel, sechs bis sieben Medaillen, ist nicht unrealistisch. Aber dafür braucht man zehn Chancen."

Alle Qualifizierten haben die Möglichkeit auf Medaillen

So viele Möglichkeiten haben die fünf Slalomkanuten nicht. Dennoch sollen auf dem anspruchsvollen Parcours des Lee Valley White Water Centre zwei Medaillen in vier Entscheidungen herausgefahren werden. "Alle qualifizierten Boote haben bei Olympia das Vermögen, in die Medaillenränge zu fahren. Zwei Podestplätze, davon gern ein Olympiasieg, sind ein realistisches Ziel", sagte Chefbundestrainer Michael Trummer.

In je zwei Qualifikationsrennen in Augsburg und Markkleeberg bei Leipzig hatten sich die Augsburger Sideris Tasiadis im Canadier und Hannes Aigner im Kajak sowie das Duo David Schröder und Frank Henze aus Leipzig im Zweier-Kanadier in einem gnadenlosen Wettbewerb knapp durchgesetzt. Einzige Frau im Team ist Jasmin Schornberg (Hamm).

Von Martin Kloth /DPA / DPA

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