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Olympia 2012 in London: Deutsche Fechter hoffen auf mehrere Medaillen

Deutschlands Fechter sind bei den Spielen in London mit drei von vier möglichen Mannschaften vertreten. Das Herren-Florettteam ist der aussichtsreichste Kandidat auf Edelmetall. Auch die Säbelexperten sind stark einzuschätzen.

Manfred Kaspar hofft bei den London-Spielen "auf zwei bis vier Medaillen". Für realistisch hält der Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) die Zahl drei. Aussichtsreichste Anwärter sind Nicolas Limbach und die Herrensäbelmannschaft; mit dem Florett gehören Peking-Gewinner Benjamin Kleibrink, der viermalige Einzel-Weltmeister Peter Joppich und das Team dem Favoritenkreis an.

Spätestens seit den Europameisterschaften Mitte Juni im italienischen Legnano ist klar: Deutschlands beste Planchenkünstler werden auch in den ExCeL-Arenen der englischen Hauptstadt auf hohem Niveau mitmischen. "Alle fechten vorne mit", sagte Kaspar nach den EM-Auftritten in der Lombardei. "Das war schon Mut machend", meinte der 59-Jährige, der nach London eine andere Funktion übernehmen wird.

In Legnano beendete Kleibrink vier Jahre ohne Einzelmedaille bei einem Topereignis mit einer eindrucksvollen Präsentation alter Stärke und Florett-Silber. Olympiasiegerin Britta Heidemann, die zweimalige Europameisterin Imke Duplitzer und die EM-Dritte Monika Sozanska haben mit dem Degen zu alter Stärke zurückgefunden, wenngleich sie bis zuletzt um die Qualifikation bangen mussten.

Drei von vier deutschen Mannschaften (Damendegen, Herrensäbel, Herrenflorett) sind in London dabei. An der Themse fehlt nur die weibliche Florett-Equipe: Carolin Golubytskyi ist ebenso Solistin wie Alexandra Bujdoso mit dem Säbel und der EM-Dritte Jörg Fiedler mit dem Degen.

Wohl am extremsten ausgeprägt ist die "Gemeinsam sind wir stark"- Einstellung bei Säbel- und Florettherren, die als Teams auf Medaillen programmiert sind. Florett-Coach Ulrich Schreck: "Wir wollen in London das Maximum rausholen und im großen Finale stehen." Joppich: "Wir sind eine unheimlich starke Truppe, alle haben Respekt vor uns."

Für Säbel-Ass Limbach und seine Mitstreiter Max Hartung/Benedikt Wagner kommen die Spiele in England nach Kaspars Ansicht "vielleicht ein, zwei Jahre zu früh". Als Solist will der Weltranglisten-Erste Limbach das Optimum: "Ich fechte um Gold mit."

Vor rund vier Jahren, am 13. August 2008, bescherten Kleibrink und Britta Heidemann den deutschen Fechtern in Peking binnen 20 Minuten zweimal Gold. Damit belegte Deutschland in der Medaillenbilanz hinter Frankreich (2/2/0) und Italien (2/0/5) Rang drei. Mit einem solchen Ergebnis könnten alle Beteiligten auch in London leben.

Von Dietmar Fuchs/ DPA / DPA

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