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Olympia 2018: Shitstorm gegen Eiskunstläuferin Schott, weil sie zu Musik von "Schindlers Liste" tanzte

Nicole Schott hat ihre Kür im Eiskunstlauf in Pyeongchang zur Filmmusik von "Schindlers Liste" gelaufen. In den USA sorgte das für einen Shitstorm.

Nicole Schott

Nicole Schott bei ihrer Kür am Freitag

Die deutsche Eiskunstläuferin Nicole Schott, 21 Jahre alt, hat in den USA einen Shitstorm entfacht. Der Grund ist, dass Schott, die im Einzel den 18. Platz belegte, ihre Kür zur Filmmusik von "Schindlers Liste" lief . Der Spielfilm von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 erzählt die Geschichte des deutschen Unternehmers Oskar Schindler, der 1200 Juden vor dem nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz rettete.

Besonders in den USA kam die Musikauswahl der Eiskunstläuferin aus Essen nicht gut an. Auf Twitter äußerten viele Nutzer Kritik und sogar Entsetzen, und auch US -Zeitungen fanden den Auftritt pietätlos. Die Kolumnistin der USA Today, Nancy Armour, twitterte in Großbuchstaben: "Niemand sollte zu Schindlers Liste laufen." Das Musik-Magazin nannte die Musikauswahl "pietätlos". Sie gewinnt Gold in Sachen Geschmacklosigkeit", schrieb etwa die US-Tageszeitung "Daily News".

Deutsche Eislauf-Union sieht kein Problem mit Musik aus Schindlers Liste

Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) reagierte auf die Kritik und verteidigte die Musikwahl Schotts. "Sie hat die Musik gewählt, weil sie ihr gefällt und wollte damit keine Aussage treffen", sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf in Pyeongchang.

"Es sind schon sehr viele Deutsche danach gelaufen. Es ist etwas ganz Normales, diese emotionale Filmmusik zu wählen", ergänzte Dönsdorf. Zuletzt hatten die für Chemnitz startenden fünfmaligen Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy die Klänge des Komponisten John Williams verwendet. Auch die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt war 1994 danach gelaufen.

Eine Eiskunstläuferin springt in die Höhe


tis / DPA

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