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Rührendes Video nach Rausschmiss: Klinsmann bedankt sich auf Facebook bei Fans und Spielern

Gerade einen Tag ist es her, da wurde Jürgen Klinsmann als Trainer des US-Nationalsteams entlassen - deutlich vor dem Vertragsende. Jetzt postete er auf Facebook ein Abschieds-Video und lässt viele hoffen, dass seine Laufbahn als Coach noch weitergeht.

Klinsmann nimmt auf Facebook Abschied von Fans und Mannschaft

Jürgen Klinsmann zeigt sich in seinem Abschieds-Video auf Facebook so, wie man ihn kennt: sympathisch, dankbar und enthusiastisch.

DPA

Fünfeinhalb Jahre war der Jürgen Klinsmann Trainer der US-Nationalmannschaft - nach zwei Niederlagen in der WM-Qualifikationen kam nun der vorzeitige Rausschmiss.  

Auf Facebook verabschiedete der Fußball-Weltmeister von 1990 sich mit einer Video-Botschaft von Fans und Spielern. "Danke, danke, danke an euch alle (...). Es war eine fantastische Erfahrung und eine große, große Ehre, das Nationalteam über eine solch lange Zeit zu führen", sagte er in einem knapp zweieinhalbminütigen Statement auf seiner Facebook-Seite.

Biograf Kirschbaum: Klinsmann wird wieder als Trainer arbeiten

"Es ist jetzt vorbei, und das respektiere ich", sagte Klinsmann. Wie es jetzt mit ihm weitergeht, dazu äußerte er sich nicht. Nur so viel: "Ich hoffe, euch bald irgendwo auf einem Fußballplatz wiederzusehen." Sein Biograf Erik Kirschbaum sagte der Zeitung "Die Welt": "Wenn er das verarbeitet hat, wird er voraussichtlich wieder irgendwo als Nationaltrainer arbeiten wollen." Er könne sich gut vorstellen, dass Klinsmann sich einen Job bei einer Mannschaft wünscht, die mehr Potenzial als das US-Team hat - die Niederlande oder England etwa.

Bis zum Schluss optimistisch

Klinsmann, der inzwischen seit 18 Jahren in Kalifornien lebt, betonte in seinem Video, er habe nach wie vor an seine Mannschaft geglaubt: "Ich war zu tausend Prozent überzeugt, dass wir uns trotz der zwei Niederlagen für die WM 2018 in Russland qualifiziert hätten." Die US-Auswahl hatte zuletzt in der WM-Qualifikation gegen Mexiko und Costa Rica verloren und ist in ihrer Gruppe mit null Punkten Letzter. Nur die ersten drei Mannschaften qualifizieren sich direkt, der Vierte hat noch die Chance über die Playoffs.

Er sei auch weiter davon überzeugt, dass sein Nachfolger Bruce Arena das Team zur Weltmeisterschaft führen werde, sagte Klinsmann und dankte den amerikanischen Fans und vor allem seinen Spielern, von denen er nach seiner Beurlaubung zahlreiche Nachrichten und Anrufe erhalten habe. "Das hat mich überwältigt und emotional berührt. Ich wünsche ihnen nur das Beste", sagte der 52-Jährige. Klinsmanns Vertrag hatte eigentlich eine Laufzeit bis 2018.

Berti Vogts sieht mögliche Gründe für den Rauswurf

Sein technischer Berater Berti Vogts sieht im Konflikt zwischen Liga und Nationalmannschaft sowie in der direkten Art Klinsmanns mögliche Gründe für den Rauswurf. "Jürgen ist natürlich einer, der die Dinge, die ihn stören, anspricht. Das kommt nicht immer gut an", sagte der frühere Bundestrainer der "Rheinischen Post". Ob der 69-Jährige seinen Posten nach der Beurlaubung Klinsmanns behalten werde, sei noch offen.

Zuletzt hatte es immer wieder Berichte über Konflikte zwischen den Vereinen der amerikanischen Profiliga MLS und der Nationalmannschaft gegeben. "Es ist ein Grundproblem, dass es Reibungspunkte zwischen der Major League Soccer und dem Nationalteam gibt", sagte Vogts. "Jürgen hat viele Spieler aus Übersee dazu geholt, die Qualität haben. Das kommt in der MLS nicht gut an."

Ähnlich äußerte sich auch Klinsmann-Kenner Kirschbaum. Der Deutsche sei ein entschiedener Gegner des MLS-Systems, in dem es keine Auf- und Absteiger gibt. "Er glaubt, dass die USA nur dann Chancen hat, auch im Fußball eine Weltmacht zu werden, wenn sich die USA am europäischen Ligen-System orientiert", sagte Kirschbaum.


sve / DPA

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