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Sieg gegen Glasgow Rangers: Ruby schenkt dem VfB Stuttgart neue Hoffnung

Die Spieler feierten ausgelassen mit ihren mitgereisten Anhängern, der Präsident sprach erleichtert von einem "schönen Sieg" und der plötzlich wieder unumstrittene Trainer wollte einfach nur genießen. "Das fühlt sich erst mal super an, ich kann gar nicht genug von diesem Gefühl haben", sagte Markus Babbel mit einem Lächeln.

Die Spieler feierten ausgelassen mit ihren mitgereisten Anhängern, der Präsident sprach erleichtert von einem "schönen Sieg" und der plötzlich wieder unumstrittene Trainer wollte einfach nur genießen. "Das fühlt sich erst mal super an, ich kann gar nicht genug von diesem Gefühl haben", sagte Markus Babbel mit einem Lächeln. Das 2:0 (1:0) bei den Glasgow Rangers war nicht nur der erste Sieg seit zwei Monaten, er eröffnet dem VfB Stuttgart nun die Chance, in einem Endspiel um Platz zwei in der Gruppe G den Einzug ins Achtelfinale der Champions League möglich zu machen.

Nach zehn Pflichtspielen ohne Sieg gerieten die Stuttgarter aber nur kurz aus dem Häuschen. "Das war ein wichtiger, guter und eindrucksvoller Sieg", betonte Sportvorstand Horst Heldt, dem die Erleichterung ebenfalls anzusehen war. Es war auch ein Sieg genau zum richtigen Zeitpunkt: Weil zeitgleich Unirea Urziceni gegen den FC Sevilla gewann (1:0), wäre die Chance des VfB auf die K.o-Runde in der Königsklasse schon bei einem Unentschieden in Glasgow dahin gewesen. Nun können die Schwaben (6 Punkte) den rumänischen Meister (8 Punkte) im finalen Duell am 9. Dezember noch überholen.

Sicher ist bereits, dass die Stuttgarter im kommenden Jahr zumindest in der Europa League spielen,"beruhigend und schön" sei das, versicherte Sportvorstand Heldt. Doch bei aller Erleichterung über den Erfolg gegen erschreckend schwache Rangers und der Freude über die Aussichten im Europapokal: Die Realität in der Bundesliga, wo der VfB ein Abstiegskandidat ist, wollten die Verantwortlichen nicht verdrängen. "Da müssen wir jetzt nachlegen", sagte Präsident Erwin Staudt. "Wir befinden uns nach wie vor in einer schwierigen Situation", äußerte auch Trainer Babbel. Und Heldt ergänzte: "Jetzt hätte ich auch in der Bundesliga gerne mal wieder ein paar Punkte."

Der Sieg in Glasgow "sollte uns auf jeden Fall Selbstvertrauen geben", sagte er. Zwei Spieler trugen zum Erfolg ganz besonders bei: Sebastian Rudy, der das 1:0 selbst erzielte (16.), sowie Zdravko Kuzmanovic, der nach der Vorarbeit von Rudy zum 2:0 (59.) einköpfte. "Außergewöhnliche Talente", sagte Babbel über die zwei U21-Nationalspieler. Rudy hat fürs erste einen Stammplatz sicher, 8-Millionen-Neuzugang Kuzmanovic, in der Schweiz geborener serbischer Nationalspieler, schlüpft mehr und mehr in die Rolle des dringend benötigten Mittelfeld-Strategen. Babbel: "Er wird von Spiel zu Spiel besser."

Nicht nur Rudy und Kuzmanovic oder der in der Defensive hervorragende Matthieu Delpierre, die ganze Mannschaft "hat mal wieder gezeigt, wozu wir in der Lage sind", betonte Heldt. Doch an der "schwierigen Situation" in der Bundesliga ändert sich erst mal gar nichts - zumal der Tabellen-16. am Sonntag bei Tabellenführer Bayer Leverkusen ran muss.

"Wir werden uns dieser Herausforderung stellen, aber wir sind krasser Außenseiter", sagte der Sportchef, Trainer Babbel ergänzte: "Da kommt eine Mannschaft auf uns zu, die schon Klasse hat." Mehr Klasse jedenfalls als die Rangers. In Leverkusen wird der gesperrte Kuzmanovic fehlen, doch vieles scheint möglich, wenn der VfB wie in Glasgow seinem Trainer folgt. Den Spielern hatte Babbel vor dem richtungweisenden Duell unter anderem versichert, dass er keine Zweifel an der gemeinsamen Arbeit habe.

Seine Ansprache zeigte offensichtlich Wirkung, und der Trainer betonte: "Die Mannschaft darf nicht zweifeln. Ich zweifle ja auch nicht. Ich habe auch mich überprüft. Ich glaube an unsere Stärke, dass wir eine Mannschaft haben, die alle Mannschaften schlagen kann."

Was zunächst in Leverkusen zu beweisen wäre. Babbel freilich hat zunächst mal Ruhe. "Wir haben nie eine Trainerdiskussion gehabt", behauptete Präsident Staudt. Wenn es nach Kuzmanovic geht, sollte die angeblich nie geführte Diskussion "jetzt endlich aufhören". Der Trainer mache seine Sache "sehr, sehr gut, er kommt jeden Tag mit einer positiven Einstellung zum Training, das fasziniert mich". Jetzt muss diese Faszination nur noch nachhaltig auch alle Mitspieler von Kuzmanovic ergreifen.

SID / SID

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