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"Killer Queen" Susi Kentikian: "Playboy? Für zehn Millionen!"

20 Jahre jung, 1,54 Meter klein und zwei Fäuste aus Stahl: "Killer Queen" Susi Kentikian ist nach dem Abgang von Regina Halmich Deutschlands neue Box-Hoffnung. Mit stern.de sprach das Box-Girlie vor ihrem nächsten Kampf über Nacktfotos, ihren Opa in den USA und das Leben auf einem Flüchtlingsschiff.

Von Klaus Bellstedt

Regina Halmich ist Geschichte. Die Zukunft im deutschen Frauen-Boxen gehört einer jungen Dame, die den furchteinflößenden Kampfnamen "Killer Queen" trägt: Susi Kentikian, 20 Jahre junge Weltmeisterin vom Spottlight Boxstall. Am Freitag steigt die gebürtige Armenierin mit dem unvergleichlichem Dampfhammer-Stil als Hauptkämpferin bei der ProSieben Fight Night in Hamburg wieder in den Ring.

Exakt eine Woche nach dem Abschied der Grand Dame des Boxens hat Kentikian die Chance, sich einem Millionenpublikum zu präsentieren und weiter in die Herzen der deutschen Fans zu boxen. Die nur 1,54 Meter große Box-Hummel verteidigt am Freitag ihren WBA-Gürtel gegen die unbequeme Französin Nadia Hockmi. Gleichzeitig aber geht es auch um den WIBF-Titel, den Regina Halmich nach Abschluss ihrer Bilderbuchkarriere niederlegt hat.

"Die Leute erkennen mich"

"Ich habe ein Jahr darauf gewartet, um Reginas Gürtel zu kämpfen. Jetzt fühle ich mich reif und bin bereit", so Kentikian im Gespräch mit stern.de. Die ewigen Vergleiche mit Regina Halmich ist Deutschlands neue Box-Hoffnung leid: "Ja, sie ist mein Vorbild, aber ich bin ich, und ich will meine Karriere auf meine Art aufbauen", betont die Wahl-Hamburgerin selbstbewusst. Sie weiß jedoch, dass Halmichs langer Schatten noch lange über der Szene liegen wird.

In der Öffentlichkeit hat sich die Fliegengewichtlerin, die ihre 18 Profikämpfe seit dem Debüt im Januar 2005 ausnahmslos gewonnen hat, mittlerweile einen Namen gemacht. "Die Leute auf der Straße erkennen mich. Und was noch viel schöner ist - sie können meinen Namen richtig aussprechen. Das macht mich glücklich und stolz."

Mit ihrer unbekümmerten Art hat sich die 20-jährige Handtaschen-Liebhaberin längst in die Herzen der Nicht-Box-Fanatics gekämpft. So burschikos und hart sich Susi Kentikian auch gerne gibt, so weiblich und verführerisch kann sie auf Fotos aussehen. Aber für die Kentikian gibt es eine Grenze. Ganz nackt würde sie sich nicht ablichten lassen. Auf keinen Fall? "Nein, da müsste der Playboy die Schatulle schon richtig aufmachen, bei zehn Millionen werd ich schwach."

"Sie kriegt auf die Nase"

Die Popularität der "Killer-Queen", die durch den Ring stampft wie keine andere, reicht bis in die USA. "Meinen Opa haben sie drüben ins Fernsehen eingeladen. Der lebt in Los Angeles und musste in einer Talkshow alles über mich erzählen." Über ihre Vergangenheit, die Flucht aus Armenien und das Leben im Asyl auf einem Hamburger Flüchtlingsschiff. "Ich bin gern im Mittelpunkt", gesteht Kentikian, die sich ihren sozialen Aufstieg hart erarbeiten musste. Um ihre Familie zu unterstützen, jobbte sie nach der Schule einst auch in einem Fitness-Center als Putzkraft.

Kentikians Gegnerin am Freitagabend in der Alsterdorfer Sporthalle ist übrigens eine alte Bekannte. Bereits im Mai standen sich Nadia Hockmi und die 20-jährige Weltmeisterin im Ring gegenüber - bisher der härteste Kampf der "Killer Queen". Nach zehn Runden sahen die Ringrichter damals die Titelverteidigerin vorn. Richtig zufrieden war sie damit dennoch nicht: "Diesmal werde ich Nadia Hockmi zeigen, aus welchem Holz ich wirklich geschnitzt bin. Sie kriegt auf die Nase."

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