Abfahrt-Weltcup Vonn und Cuche schnappen sich die Kugel


Die Abfahrtskugeln im alpinen Ski-Weltcup sind vergeben: Der Schweizer Didier Cuche und US-Rennfahrerin Lindsey Vonn holten sich mit ihren Siegen beim ersten nach-olympischen Weltcup vorzeitig die begehrten Trophäen. Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch wurde vom Winde verweht.

Da Vonns Ski-Freundin und Konkurrentin Maria Riesch bei einer kuriosen Abfahrt in Crans Montana in der Schweiz nur auf dem sechsten Platz landete, sind die geringen Chancen der Doppel- Olympiasiegerin auf einen Erfolg in der Gesamtwertung weiter gesunken. Bei den Herren ist der Zweikampf zwischen dem Österreicher Benjamin Raich und dem Schweizer Carlo Janka dagegen deutlich spannender und wird wohl erst in den letzten Rennen des Weltcup- Finales in der kommenden Woche in Garmisch-Partenkirchen entschieden.

In Crans Montana sorgten Wind und Schneefall für einige überraschende Platzierungen bei der Schussfahrt. So erreichte Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg (Kreuth) auf Platz fünf ihr mit Abstand bestes Weltcup-Ergebnis in der Abfahrt. "Natürlich freue ich mich sehr, aber ich habe am Start gewusst, dass die Sicht sich verbessert hat. Die Verhältnisse waren besser für uns", sagte Rebensburg, die in dieser Disziplin nie in den Top-15 war. Die Winzigkeit von 1/100 Sekunde hatte Vonn am Ende Vorsprung auf die Überraschungs-Zweite Johanna Schnarf (Italien/Startnummer 32), Dritte wurde die Schweizerin Marianne Abderhalden (Nummer 35).

Typisches Nummernrennen


Bevor im Rennen mit den wechselnden Wind- und Sichtverhältnissen der Angriff der Außenseiterinnen kam, war Riesch mit ihrem Auftritt unweit der Terrasse von "James Bond" Roger Moore noch ganz zufrieden. Doch dann wurde sie durchgereicht. "Das ist halt ein typisches Nummernrennen und für mich ein bisschen bitter, aber man kann es nicht ändern", sagte die 25 Jahre alte Slalom-Weltmeisterin. "Der Gesamtweltcup ist sowieso nur noch im Hinterkopf. Es ist schwierig, die Lindsey noch einzuholen." Einen Tag vor dem Super-G in der Schweiz an diesem Sonntag und fünf Rennen vor Saisonende beträgt Rieschs Rückstand 197 Punkte.

Bei den Herren konnte sich Cuche für die enttäuschenden Winterspiele ein bisschen entschädigen. Bei der Olympia-Abfahrt war der Schweizer Skirennfahrer als Sechster an der erhofften Medaille vorbeigefahren, im Weltcup ging es am Samstag wieder nach ganz vorne. Mit fast einer halben Sekunde Vorsprung auf den Norweger Aksel Lund Svindal holte sich der 35-Jährige den Sieg bei der Abfahrt in Kvitfjell und damit zum dritten Mal die Kugel in der Königsdisziplin des alpinen Weltcups. "Didier hat sich das heute verdient, gerade nach Olympia. Er ist der beste Abfahrer der Welt", sagte der geschlagene Svindal nach dem Rennen in seiner Heimat.

Helen Scott-Smith und Emil Gast/DPA DPA

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