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American Football: Vollmer und die Patriots räumen weiter ab

Die New England Patriots sind in der NFL weiter auf Playoff-Kurs. Gegen die Miami Dolphins gewannen die "Pats" bereits ihr sechstes Spiel in dieser Saison. Mittdendrin: Sebastian Vollmer. Nach dem Sieg seüberschüttete den Deutschen mit Lob.

Sebastian Vollmer ist bei den New England Patriots nicht mehr wegzudenken. Beim 27:17 am Sonntag (Ortszeit) gegen die Miami Dolphins absolvierte er bereits sein drittes Spiel nacheinander in der Startformation. Und für das Team aus Boston war es der dritte Sieg in Serie in der National Football League NFL. Obwohl Trainer, Medien und Mitspieler voll des Lobes über Vollmer sind, hat der Neuling vom Niederrhein seine Einstellung aber nicht geändert. "Ich bin immer noch Rookie, lerne jeden Tag dazu und freue mich über jede Minute, die ich spielen kann."

Auch nach der Partie gegen die Dolphins erntete Vollmer Anerkennung. "Sebastian hat einen guten Job gemacht und wie die gesamte Offensive-Line Tom Brady den Rücken freigehalten, so dass unser Quarterback viel Zeit zum Werfen hatte", meinte Trainer Bill Belichick. Vollmer ließ sowohl Miamis sechsmaligen All-Star- Linebacker Jason Taylor, als auch Joey Porter (viermal All-Star) nie in Bradys Nähe kommen.

Er trug seinen Teil dazu bei, dass der Spielmacher zum dritten Mal nacheinander die magische Marke von 300 Yards Raumgewinn übertraf. "Ich denke, das war ganz in Ordnung, mehr kann ich derzeit nicht sagen. Wir haben so viele Spielzüge mit so vielen verschiedenen Blocks gehabt, mal sehen, was die Video-Auswertung am Dienstag ergibt", meinte Vollmer.

Hochmotiviert und selbstbewusst fliegen er und seine Mitstreiter am kommenden Wochenende zum Topspiel zu den noch unbesiegten Indianapolis Colts. "Das wird eine Schlacht", blickt Coach Belichick auf das voraus.

Reifeprüfung für Vollmer

Und es wird die Reifeprüfung für Vollmer. Der 25-Jährige aus Kaarst klingt aber auch nach der Hälfte der Vorrunde noch so bescheiden wie Mitte August im Trainingscamp. Diese Demut passt eigentlich nicht zu dem Mann, der mit seinen beeindruckenden Maßen (2,05 Meter, 145 Kilogramm) einen aggressiven und körperbetonten Job ausübt. Über seine eigene Leistung mag er ebenso wenig reden wie über das Saisonziel der Patriots. "Da fragen Sie am besten den Trainer", lautet dann oft seine Antwort.

Während seine Teamkollegen manchmal auch bei den NBA-Spielen der Boston Celtics in der ersten Reihe sitzen, büffelt Vollmer nach seinem Zwölf-Stunden-Tag daheim Spielzüge und studiert Football- Videos. "Er hat nicht den gleichen Football-Background wie unsere anderen Spieler, aber er hat unwahrscheinlich schnell dazugelernt und eine tolle Entwicklung genommen. Als sich unser etatmäßiger Left Tackle Matt Light verletzt hat, war Sebastian da, als wir ihn brauchten. Er ist ein gutes Beispiel für die Tiefe in unserem Kader", betonte Belichick.

Mittlerweile wird die Nummer 76 sogar "ab und zu" in der Öffentlichkeit erkannt. "Es ist schön, wenn ein kleines Kind auf einen zuläuft und nach einem Autogramm fragt", sagte Vollmer.

Von Heiko Oldörp, DPA / DPA

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