HOME

Australian Open: Eine Quiekende walzt alles nieder

Serena Williams steht bei den Australian Open im Finale der Damen-Konkurrenz. "La Williams" fertigte mit einer Gala-Vorstellung Jelena Dementjewa ab und verhinderte damit ein rein russisches Endspiel. Roger Federer greift down under ebenfalls nach dem Titel.

Nach dem Matchball hüpfte Serena Williams wie ein Flummi vor dem Netz auf und ab. Sie gab ein kurzes lautes Quieken von sich, ballte die Faust, sprang wieder und wieder in die Luft und schien gar nicht mehr aufhören zu wollen. Zum vierten Mal steht die exzentrische Tennis-Diva im Endspiel der Australian Open. Bei ihren Final-Teilnahmen 2003, 2005 und 2007 nahm sie jeweils den Daphne Akhurst Memorial Cup mit nach Hause. Ein Triumph 2009 wäre der zehnte Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. "Das wäre cool. Dann wäre ich Mitglied eines elitären Clubs", sagte Serena Willams am Donnerstag nach ihrem 6:3, 6:4-Erfolg gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa.

Im Endspiel am Samstag (09.30 Uhr MEZ) wartet in Dinara Safina erneut eine Russin auf die jüngere der beiden Williams-Schwestern. "Ich gegen die Russinnen", hatte die 27 Jahre alte Amerikanerin schon vor dem Halbfinale gescherzt. Denn ihre Finalgegnerin Safina hatte sich in einem nationalen Semifinal-Duell gegen Vera Swonarewa mit 6:3, 7:6 (7:4) durchgesetzt. Damit ist auch schon vor dem ersten Aufschlag in der "Night session" klar, dass am Montag eine neue Nummer eins das Ranking im Damen-Tennis zieren wird. Die Gewinnerin löst die Serbin Jelena Jankovic an der Spitze der Weltrangliste ab.

Auch Federer im Finale

"Das ist nur ein Bonus. Mein Ziel ist nicht, Nummer eins zu sein; mein Ziel ist es, ein weiteres Match bei den Australian Open zu gewinnen", sagte Serena Williams nach ihrer bislang besten Leistung im Turnier. Mit riesiger schwarzer Handtasche, überdimensionalem roten Herz an der Halskette und wagenradgroßem Ring im rechten Ohr (das linke blieb schmucklos) erschien sie zur Pressekonferenz. Sie plauderte über die Hitze ("Es war sehr sehr heiß heute"), ihre Gegnerin ("Sie scheint nie zu sterben") und über das geschlossene Dach der Rod Laver Arena ("Ich war aufgeregt, unter dem Dach zu spielen. So viele Hallenturniere habe ich ja noch nicht gewonnen").

Wegen der Hitzewelle in Melbourne mit Temperaturen von 44 Grad Celsius war am Nachmittag bei beiden Partien das Dach über dem Center Court geschlossen geblieben. Serena Williams und Dinara Safina kamen mit den ungewohnten Bedingungen bestens zurecht und hatten bei ihren klaren Siegen nur wenig Mühe. Ein weiterer Erfolg für Safina wäre der erste Grand-Slam-Titel in der Karriere der 22-Jährigen. "Seit ich klein bin, ist es mein Traum, die Nummer eins zu werden", sagte die jüngere Schwester des früheren Weltranglisten-Ersten und Australian- Open-Champions Marat Safin. Sie wäre die 19. Spielerin und zweite Russin nach Maria Scharapowa auf dem Tennis-Thron. Serena Williams kennt dieses Gefühl: Sie war bereits vom 8. Juli 2002 bis 10. August 2003 und vom 8. September 2008 bis 5. Oktober 2008 Ranglisten-Erste

Roger Federer hat bei den Herren down under ebenfalls das Endspiel erreicht. Der 27 Jahre alte Tennisprofi aus der Schweiz gewann am Donnerstag in Melbourne gegen den Amerikaner Andy Roddick mit 6:2, 7:5, 7:5. Im Finale am Sonntag trifft der dreimalige Titelträger auf den Sieger des spanischen Halbfinal-Duells zwischen Rafael Nadal und Fernando Verdasco. Federer gewann bereits 2004, 2006 und 2007 die Australian Open. Mit einem weiteren Erfolg würde er den 14. Grand-Slam-Titel seiner Karriere feiern und mit Rekordhalter Pete Sampras aus den USA gleichziehen. Im Vorjahr war Federer im Halbfinale am späteren Sieger Novak Djokovic gescheitert.

DPA/kbe

Wissenscommunity