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Australian Open: Federer fertigt den Überflieger ab

Gegen Roger Federer kommt momentan keiner an: Der Schweizer bezwang in Melbourne Überflieger Fernando Gonzalez, der zuvor Thomas Haas aus dem Turnier gefegt hatte. Es ist der zehnte Grand-Slam-Erfolg für Federer.

Mit dem schnellsten Triumphzug seit Björn Borg vor 27 Jahren hat Roger Federer seinen Sturm auf den höchsten Tennis- Gipfel fortgesetzt: Der Schweizer Titelverteidiger hat sich seinen dritten Sieg bei den Australian Open geholt. Federer setzte sich im Finale mit 7:6 (7:2), 6:4, 6:4 gegen Chiles Olympiasieger im Doppel Fernando Gonzalez durch. Damit schaffte der 25-Jährige als erster Spieler seit Borg bei den French Open 1980 das Kunststück, ein Grand-Slam-Turnier ohne Satzverlust zu gewinnen.

Sein Lohn für den nächsten Triumph in Melbourne nach 2004 und 2006 sowie den zehnten Grand-Slam-Titel waren umgerechnet 768.000 Euro. "Ich bin so glücklich", sagte Federer, der das Match nach 2:20 Stunden mit einer krachenden Rückhand beendete und sich danach auf den Platz fallen ließ. "Erst ist es Erleichterung, Sekunden später kommt die Freude." Tränen wie im Vorjahr gab es diesmal nicht.

Rekord von Sampras im Visier

Mehr Grand-Slam-Titel als Federer haben nur noch Pete Sampras (14), die Australier Roy Emerson (12) und Rod Laver (11) sowie Björn Borg (11) geholt. "Ich wollte nicht über Petes Rekord reden, bevor ich nicht die Hälfte geschafft habe. Aber jetzt komme ich so schnell immer näher. Der Sieg hier gibt Auftrieb für das ganze Jahr", sagte Federer, dem im Vorjahr nur die French Open zum Grand Slam fehlten.

Zuletzt hatte Laver 1969 die vier wichtigsten Turniere in einem Jahr gewonnen. "Voriges Jahr dachte ich zum ersten Mal: Ich kann es schaffen", gestand Federer, dem mit seinem 36. Sieg in Folge eine persönliche Bestmarke gelang. Zur Einstellung des Rekordes, den der Argentinier Guillermo Vilas hält, fehlen ihm noch zehn. Federer wird außerdem Ende Februar mit 160 Wochen als Nummer eins den Rekord von Jimmy Connors einstellen und danach auch übertreffen.

"Roger ist ein großer Champion"

Wegweiser im Endspiel war der erste Satz, in dem er erstmals während des Turniers fast einen Rückstand hinnehmen musste. Gonzalez besaß nach dem ersten Break beim 5:4 mit eigenem Aufschlag zwei Satzbälle. Einen entschärfte Federer am Netz, den zweiten vergab Gonzalez überhastet mit der Vorhand. Wenig später wehrte der 26- Jährige beim Stand von 5:6 zwar vier Satzbälle von Federer ab, doch im Tiebreak war der Weltranglisten-Erste klar stärker.

In der teilweise hochklassigen Partie verstand es Federer oft, mit hoch abspringenden Bällen auf die Rückhandseite der gefürchteten Vorhand seines Gegners aus dem Weg zu gehen. Zudem konnte Federer das Tempo anders als Rafael Nadal oder Thomas Haas mithalten. Gonzalez machte in seinem ersten Grand-Slam-Finale zudem mehr Fehler und schaffte auch im zehnten Anlauf keinen Sieg gegen Federer. Der enttäuschte Weltranglisten-Neunte schluckte bei der Siegerehrung: "Es ist schwer für mich, hier zu stehen. Aber Roger ist ein großer Champion."

DPA / DPA

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