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Australian Open: Nadal besiegt Federer und zieht ins Finale ein

Nach dem tollen Saisonausklang 2011 hofften die Fans von Roger Federer auf weitere große Erfolge des enthronten Königs. Doch nach der nächsten Niederlage gegen Rafael Nadal werden die kritischen Stimmen wieder lauter werden, auch wenn die Zuschauer ein teilweise hochklassiges Match sahen.

Bei den Australian Open steht der erste Finalist der Herren-Konkurrenz fest. Rafael Nadal siegte im Tennis-Klassiker gegen Roger Federer nach 3:52 Stunden Spielzeit mit 6:7 (5:7), 6:2, 7:6 (7:5), 6:4 und feierte im 27. Vergleich mit seinem Dauerrivalen den 18. Sieg, bei Grand Slams lautet die Bilanz jetzt 8:2 für den Iberer. Die letzten fünf Partien auf Major-Niveau hat Nadal für sich entschieden.

Im Semifinale trifft er auf den Sieger des zweiten Halbfinales zwischen Novak Djokovic und Andy Murray, die sich am Freitag gegenüberstehen. "Wenn mir einer vor zwei Sonntagen gesagt hätte, dass ich hier ins Finale einziehe, ich hätte es nicht geglaubt", sagte Nadal, nachdem er seinen zweiten Matchball verwandelt hatte.

Federers bittere Bilanz

Für Federer verlängert sich mit dieser Niederlage die erfolglose Phase bei Grand Slam-Turnieren auf zwei Jahre, sein letzter Erfolg war bei den Australian Open 2010. Der Schweizer hatte nach den drei Turniersiegen am Stück gegen Ende des vergangenen Jahres eigentlich auf ein Erfolgs-Comeback gehofft, doch gegen Nadal zeigte Federer – trotz einer insgesamt guten Leistung mit vielen tollen Schlägen – wieder die Schwächen der vergangenen Monate.

Federers Spiel wirkte zu abhängig vom ersten Aufschlag, je länger die Ballwechsel dauerten, desto anfälliger wurde das Spiel des vierfachen Australian Open-Champions. Nadal wiederum ließ sich seine körperlichen Probleme – der Spanier wird wegen Schulter- und Knieproblemen nach Melbourne eine Turnierpause einlegen – nicht anmerken, kämpfte sich nach dem Verlust des ersten Satzes zurück in die Partie und siegte verdient.

Die Pause zum Feuerwerk hilft Federer nicht

Dabei hatte das Spiel für Federer gut begonnen, schnell führte er im ersten Satz mit 3:0. Nadal kam zwar zurück und die Entscheidung musste im Tiebreak fallen, dort behielt Federer mit 7:5 aber die Oberhand. Doch im Anschluss war ein Bruch im Spiel des Schweizers zu erkennen, nach Break und Re-Break zu Beginn des zweiten Durchgang wurde Nadal immer stärker und holte sich nach dem 2:2 vier Spiele in Folge.

Unterbrochen wurde der Satz bei 5:2 für Nadal durch das obligatorische Feuerwerk am Nationalfeiertag, Federer ging während des Spektakels sogar in die Kabine, die Wende gelang ihm deshalb aber nicht mehr.

Der dritte Satz war dann an Spannung kaum noch zu überbieten, zudem wurde das Spiel immer hochklassiger. Bis zum 3:3 dominierten die Aufschläger, nur ganz zu Beginn musste Federer Breakchancen abwehren. Doch dann war Federer da, nahm Nadal das Service ab und war im Vorteil. Doch der Spanier antwortete prompt und so ging es erneut in den Tiebreak. Vier Satzbälle ließ Nadal dort ungenutzt und sprach hinterher beim fünften in Folge von großer Nervosität, doch er machte den Sack nach 167 Minuten Spielzeit zu.

"Ich fühle mich trotzdem gut"

Im Schlusssatz zeigten die beiden besten Tennisspieler des vergangenen Jahrzehnts nochmal ihre ganze Klasse. Nadal schaffte das erste Break zum 5:4, im Anschluss hatte Federer aber nochmal die Chance zurückzukommen. Bei Breakball des Schweizers war Nadal zu einem absoluten Notschlag gezwungen, der Ball klatschte aber auf die Grundlinie und der überraschte Schweizer spielte unvermittelt ins Aus.

Nadal nutzte im Anschluss seinen zweiten Matchball, Federer verließ mit hängenden Schultern den Platz. "Rafael spielt gegen mich immer besonders gut", sagte Federer enttäuscht. "Ich fühle mich trotzdem gut. Ich habe seit fast fünf Monaten nicht mehr verloren, heute war er am Ende vielleicht einen Tick besser."

Bei den Damen bestreiten Maria Scharapowa und Victoria Asarenka das Finale. Die Russin Scharapowa setzte sich im Halbfinale gegen die Tschechin Petra Kvitova mit 6:2, 3:6, 6:4 durch und steht zum dritten Mal Down Under im Endspiel. Die Weißrussin Asarenka bezwang zuvor Titelverteidigerin Kim Clijsters aus Belgien mit 6:4, 1:6, 6:3 und erreichte damit erstmals in ihrer Tennis-Karriere das Finale eines Grand-Slam-Turniers. Im Duell zwischen Scharapowa und Asarenka geht es am Samstag nicht nur um den ersten Grand-Slam-Titel der Saison. Die Siegerin übernimmt auch Platz eins in der Weltrangliste.

sportal.de / sportal

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