Australian Open Serbische Gefahr für Federer


Für Roger Federer könnte es im Halbfinale der Australian Open gefährlich werden: Der Serbe Novak Djokovic fordert den Titelverteidiger zum brisanten Showdown in Melbourne. Der Newcomer präsentiert sich in bestechender Verfassung.

Federer dagegen entging in der dritten Runde nur knapp einer Pleite gegen den Serben Janko Tipsarevic und scheint in diesem Jahr trotz seines 7:5, 7:6 (7:5), 6:4-Sieges im Viertelfinale gegen James Blake (USA) nicht unbezwingbar zu sein. Doch den drohenden Verlust seiner Spitzenposition in der Weltrangliste wehrte er durch den 15. Halbfinal-Einzug in Serie bei einem Grand-Slam-Turnier ab. Am kommenden Montag wird der Australian-Open-Sieger von 2004, 2006 und 2007 in der 209. Woche nacheinander das Ranking anführen. Hätte Federer die Runde der letzten vier verpasst und Rafael Nadal das Turnier gewonnen, wäre der Profi aus Basel seinen Nummer-1-Status an den dreimaligen French-Open-Champion losgeworden.

"Ich habe dieses Gerücht auch gehört", scherzte der ganz in schwarz gekleidete Federer in der voll besetzten Rod Laver Arena nach seinem achten Sieg im achten Vergleich gegen "Lieblingsgegner" Blake, fügte später aber an: "Das ist ein großer Tag für mich. Ich bin sehr stolz auf diese Serien." Gegen Djokovic erwartet der 26-Jährige ein "aufregendes Match und eine lässige Partie für die Fans auf der ganzen Welt. Es wird darauf ankommen, wer den besseren Tag erwischt."

Bin nicht am Ende meines Weges

Djokovic jedenfalls fühlt sich gerüstet. "Ich bin noch nicht am Ende meines Weges", sagte der Weltranglisten-Dritte nach dem 6:0, 6:3, 7:5 gegen den Spanier David Ferrer, immerhin die Nummer 5 der Welt. "Ich bin selber überrascht, wie gut ich gespielt habe." Nur am Ende wurde Djokovic nach vier vergebenen Matchbällen noch einmal nervös und legte sich sogar kurz mit den Zuschauern an. Doch nach 2:14 Stunden verwandelte er seinen fünften Matchball.

Der Youngster mit dem lustigen Igelschnitt steht damit seit den French Open 2007 zum vierten Mal nacheinander bei einem Grand-Slam- Turnier im Halbfinale. Und dass er Federer schlagen kann, bewies er im Vorjahr beim Masters-Series-Turnier in Toronto - als einer von nur fünf Profis, die den zwölfmaligen Grand-Slam-Sieger 2007 besiegten. Im letzten Duell im Finale der US Open behielt Federer jedoch die Oberhand. "Ich bin froh, dass die Bilanz für mich spricht", meinte Federer, der fünf von sechs Vergleichen gewann.

Williams-Schwestern sind raus

Endgültig verabschieden mussten sich die Zuschauer am Mittwoch vom großen Williams-Clan. Einen Tag nach ihrer jüngeren Schwester Serena schied auch Wimbledon-Siegerin Venus Williams im Viertelfinale nach einer 6:7 (3:7), 4:6-Niederlage gegen die Weltranglisten-Dritte Ana Ivanovic aus. Die 20 Jahre alte Serbin traf im Kampf um den Einzug ins Endspiel auf Daniela Hantuchova aus der Slowakei.

Das zweite Halbfinale bestritten die Russin Maria Scharapowa und Jelena Jankovic aus Serbien. Auch im Doppel war für die Williams- Schwestern bereits am Dienstag Endstation. Doch auf die Frage, ob das der Anfang vom Ende der Ära Williams war, antwortete Venus: "Es wird so viel geredet Jahr für Jahr. Serena und ich müssen niemandem etwas beweisen. Mit der Qualität der anderen Spielerinnen halten wir immer noch mit."

Wolfgang Müller/DPA DPA

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