US Open Haas mit Mühe, Papa Federer locker


Tommy Haas hat bei den US Open nach einem harten Stück Arbeit die zweite Runde erreicht, auch Philipp Kohlschreiber ist weiter. Serien-Sieger Roger Federer hatte keine Probleme und wird nun von einem weiteren Deutschen gefordert.

Thomas Haas hat die drohende Blamage in der ersten Runde der US Open mit Mühe abgewendet. Der hoch eingeschätzte Wimbledon-Halbfinalist schaffte am Montag nach einer Energieleistung und allerhand Glück einen 7:5, 4:6, 7:6 (9:7), 6:2-Erfolg gegen den überraschend starken Qualifikanten Alejandro Falla. Erst als der Kolumbianer seine Chance witterte und unvorsichtig wurde, konnte sich der 31-Jährige Haas entscheidend durchsetzten. Dabei half ihm allerdings, dass der in der Weltrangliste nur auf Position 160 geführt Falla im letzten Satz von Schmerzen in der linken Wade geplagt wurde. In der zweiten Runde trifft der an Nummer 20 gesetzte Haas nun auf den Amerikaner Robert Kendrick.

Nervenstark und unerschrocken hatte Simon Greul am Nachmittag einen Fehlstart der deutschen Tennisprofis bei den US Open in New York verhindert. Der 28-Jährige aus Reutlingen setzte sich am Montag in einem Tiebreak-Krimi mit 6:3, 4:6, 3:6, 6:0, 7:6 (11:9) gegen Giovanni Lapentti aus Ecuador durch. Rainer Schüttler konnte die Erwartungen dagegen nicht erfüllen. Nach einem 6:1, 6:7 (5:7), 4:6, 6:2, 3:6 gegen den Tschechen Jan Hernych schied er ebenso aus wie Mischa Zverev und Dieter Kindlmann sowie Tatjana Malek, die gegen Amelie Mauresmo aus Frankreich mit 3:6, 4:6 unterlag.

"Nach vier Stunden einen Tiebreak zu spielen, ist nicht einfach. Der Matchball war glaube ich draußen. Aber die Schiedsrichter haben ihn gut gegeben", sagte Greul. Nach seinem mutigen Auftritt kann er sich auf einen Zweitrunden-Einsatz auf einem der großen Plätze bei dem mit 21,6 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier freuen. Sein nächster Gegner ist der fünfmalige Serien-Champion Roger Federer. "Na klar, das wird schwierig bis unlösbar. Aber ich freue mich und werde es genießen; es wird ein tolles Erlebnis."

Mit hängendem Kopf und den üblichen Selbstbeschimpfungen quittierte Schüttler seine unnötige Niederlage, die sich zunächst nicht angedeutet hatte. Prächtig war der Wimbledon-Halbfinalist des Vorjahres aus den Startblöcken gekommen, doch dann zog mehr und mehr der Schlendrian ein. "Wenn man seinen Vorteil so leichtfertig verspielt, hat man es auch nicht verdient", sagte Schüttler.

Das galt auch für Zverev, der wieder an seinen schwachen Nerven scheiterte. Wie schon in der Zweitrundenpartie in Wimbledon gegen Philipp Petzschner kassierte der 22-jährige Hamburger auch beim 6:2, 5:7, 6:3, 4:6, 0:6 gegen den Spanier Marcel Granollers eine Abreibung im fünften Satz. Die erwartete Niederlage bezog Qualifikant Kindlmann mit 3:6, 4:6, 5:7 gegen den Russen Nikolai Dawidenko.

Lockerer Einstand für die Tennis-Eltern

Einen lockeren Einstand feierten derweil die Tennis-Eltern Federer und Kim Clijsters. Mit leichten Siegen räumten sie alle Spekulationen beiseite, ihre kleinen Kinder könnten ihnen die Konzentration rauben. Der 28-Jährige, der am 23. Juli Vater der Zwillinge Charlene Riva und Myla Rose geworden war, setzte sich mit 6:1, 6:3, 7:5 gegen Debütant Devin Briton aus den USA durch. Auch Kim Clijsters hatte bei ihrem Grand-Slam-Comeback keine Mühe. Die Belgierin besiegte Viktoria Kutusowa aus der Ukraine mit 6:1, 6:1. Die mit dem US-Basketballer Brian Lynch verheiratete 26 Jahre alte Clijsters war im Mai 2007 zurückgetreten und hatte im Februar 2008 Tochter Jada Ellie zur Welt gebracht. Im August war sie auf die WTA-Tour zurückgekehrt.

Philipp Kohlschreiber hat die erste Hürde bei den in New York spielend leicht übersprungen. Der an Nummer 23 gesetzte Augsburger setzte sich am Montag (Ortszeit) in Flushing Meadows mit 6:0, 6:4, 6:4 gegen Andreas Seppi durch. Es war der erste Vergleich mit dem Südtiroler, der speziell im ersten Satz auf verlorenem Posten stand und dem präzisen und druckvollen Spiel seines 25 Jahre alten Kontrahenten nichts entgegen zu setzten hatte. Auch in der zweiten Runde kommt es für Kohlschreiber zu einer Premiere. Auch gegen den in der Weltrangliste auf Platz 162 geführten Inder Somdev Dewarman hat er bislang noch nie gespielt. Björn Phau ist hingegen ausgeschieden. Der 29-Jährige aus Weilerswist unterlag in einer Nachtschicht dem Amerikaner Andy Roddick nach 1:35 Stunden mit 1:6, 4:6, 2:6.

Die als Abendveranstaltung geplante Partie wurde zur Nachtausgabe, weil Venus Williams im Match zuvor eine lange Anlaufzeit benötigte, um die Russin Vera Duschewina mit 6:7 (5:7), 7:5, 6:3 aus dem Rennen zu schlagen. Als Roddick den Matchball am Dienstagmorgen verwandelte und Phau nach Rainer Schüttler, Mischa Zverev, und Dieter Kindlmann als vierten von zwölf gestarteten deutschen Spielern aus dem Turnier warf, war es in New York eine Dreiviertelstunde nach Mitternacht.

Andreas Bellinger/DPA DPA

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