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Basketball-Bundesliga: Bamberg erkämpft sich zweites Double in Folge

Den Pokal hatten sie schon, jetzt ist der Meistertitel gefolgt: Die Brose Baskets Bamberg haben im entscheidenden Spiel der Finalserie Alba Berlin geschlagen und damit wie im Vorjahr das Double geschafft. Die Partie war spannend bis in die letzten Sekunden.

Die Brose Baskets Bamberg bleiben die besten Basketballer in Deutschland. Die Franken haben am Samstagabend das entscheidende fünfte Spiel der Finalserie gegen Alba Berlin mit 72:65 (29:30) gewonnen und damit ihren Meistertitel aus der Vorsaison verteidigt. Für das Team von Trainer Chris Fleming war es nach dem Triumph im vergangenen Jahr und den beiden Pokalsiegen 2010 und 2011 das zweite Double in den vergangenen beiden Jahren. Dies war letztmals Alba 2002 und 2003 gelungen. Zudem blieben die Bamberger die gesamte Spielzeit über in allen 25 Liga-Heimspielen in der "Frankenhölle" ungeschlagen.

Vor 6800 Zuschauern in der Stechert Arena führten Brian Roberts und Predrag Suput die Bamberger mit je 15 Punkten zum vierten Meistertitel der Clubgeschichte. Bei den Berlinern konnte auch der überragende Julius Jenkins mit 22 Zählern die bittere Niederlage nicht verhindern. Alba, das sich letztmals 2008 die Basketball-Krone gesichert hatte, muss damit weiter auf die neunte Meisterschaft der Vereinshistorie warten.

"Jeder hat den anderen hochgepusht"

"Ich habe noch nie eine Mannschaft gehabt, die so verdient Meister geworden ist wie diese", sagte Baskets-Coach Fleming freudestrahlend nach der packenden fünften Final-Partie. "Jeder hat den anderen hochgepusht. Es ist einfach nur geil", meinte Bambergs Nationalspieler Tibor Pleiß. "Wir haben im vierten Viertel noch einmal richtig Gas gegeben. Es war aber erst drei Sekunden vor Schluss klar, dass wir die Meisterschaft holen, weil Berlin so lange dagegen gehalten hat", zollte sein Teamkollege Karsten Tadda auch dem unterlegenen Gegner seinen Respekt.

Bamberg sicherte sich mit dem erneuten Triumph wieder das Ticket für die Euroleague. Alba muss darauf hoffen, wieder eine Wildcard für die Qualifikation zur Königsklasse zu bekommen. Die Chancen dafür stehen aber gut.

Erster Bamberger Treffer lässt lange auf sich warten

Beide Mannschaften lieferten sich von der ersten Sekunde an einen erbitterten Fight. Die Berliner erwischten den besseren Start und führten schnell 4:0. Fast drei Minuten dauerte es, ehe Suput die ersten Zähler für die Hausherren erzielte. Zu Beginn des zweiten Viertels konnte sich Bamberg erstmals ein wenig absetzen. Gestützt auf eine starke Verteidigung zogen die Franken von 16:15 auf 28:20 davon. Doch Alba ließ sich nicht abschütteln. Wie schon im vierten Duell am Dienstag erzielte Yassin Idbihi wichtige Punkte für die Gäste.

Der Center, der zum Leidwesen von Bundestrainer Dirk Bauermann in diesem EM-Sommer aus privaten Gründen pausieren wird, brachte die Gäste kurz vor der Pause erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung (30:29). Zudem hatte Jenkins einen Sahnetag erwischt und glänzte bereits vor dem Seitenwechsel mit 16 Punkten.

Baskets beweisen Kämpferherz

Nach der Pause spitzte sich die Dramatik von Minute zu Minute weiter zu. Alba setzte sich auf bis zu fünf Zähler ab (48:43), doch mit großem Kämpferherz kamen die Brose Baskets durch Roberts wieder zum Ausgleich (48:48). Dennoch gingen die Berliner mit einer Vier-Punkte-Führung in den Schlussabschnitt, weil Nationalspieler Heiko Schaffartzik praktisch in letzter Sekunde traf (52:48).

Mit viel Herz kämpften sich die Hausherren aber immer wieder ins Spiel zurück und gingen durch acht Punkte in Serie wieder mit 56:54 in Führung. Die munteren Führungswechsel gingen danach bis in die Schlussminute weiter, ehe John Goldsberry und Brian Roberts mit zwei Dreiern für die Bamberger alles klar machten und die "Frankenhölle" in ein Tollhaus verwandelten.

Lars Reinefeld, DPA / DPA

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