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Biathlon: Magdalena Neuner gewinnt in Ruhpolding

Erfolg für Magdalena Neuner: Die sechsmalige Weltmeisterin hat beim Weltcuprennen in Ruhpolding gewonnen. Im Verfolgungsrennen über zehn Kilometer ließ sie die Konkurrenz hinter sich. Erfreulich: Auch der dritte Platz ging an eine deutsche Athletin.

Magdalena Neuner hat ihren Ruhpolding-Fluch überwunden, Kati Wilhelm ist im Verfolgungsrennen als Dritte erneut aufs Siegertreppchen gestürmt. "Gold-Lena" Neuner gewann beim Biathlon-Weltcup in der Chiemgau-Arena das zehn Kilometer lange Rennen mit viermaligem Schießen, bei dem sie sich jeweils eine Strafrunde einhandelte, in 32:56,5 Minuten vor Jekaterina Jurjewa (+ 8,9 Sekunden). Dabei war die Russin noch mit 15 Sekunden Vorsprung auf die letzten zwei Kilometer gelaufen.

"Ich denke, der Ruhpolding-Fluch ist jetzt besiegt. Drei Starts - drei erste Plätze, jetzt sind alle Rechnungen beglichen", jubelte Neuner. Am Freitag war sie bereits Sprint-Siegerin, am Mittwoch gehörte sie der siegreichen deutschen Staffel an. Zuvor hatte sie noch nie in Ruhpolding gewonnen.

"Viel schneller geht’s jetzt aber nicht mehr", merkte die 21 Jahre alte Wallgauerin zu ihrer fantastischen Schlussrunde an, in der sie im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer und der Rekordkulisse von 24 500 Zuschauern buchstäblich an der russischen Einzel-Weltmeisterin von 2008 vorbeiflog. "Nach dem letzten Schießen dachte ich, Jurjewa ist zu weit weg. Doch ich konnte noch mal den Turbo zünden", bemerkte Neuner im Ziel nach dem 13. Weltcupsieg ihrer Laufbahn.

"Rotkäppchen" Wilhelm führte bis zum vierten Schießen. "Beim dritten Schuss habe ich den Rhythmus verloren, mich wohl auch von Jekaterina Jurjewa nervös machen lassen. Über die zwei Fehler ärgere ich mich schon. Das war nicht das, was ich kann. Das nächste Mal mache ich es besser", meinte Wilhelm. "Das hat Kati, die ja als sichere Stehendschützin gilt, den Sieg gekostet", bestätigte Bundestrainer Uwe Müssiggang. "Doch mit erneut zwei auf dem Stockerl bin ich mehr als zufrieden. Vor dieser fantastischen Kulisse zu laufen und zu bestehen, ist etwas ganz besonderes, für uns sehr, sehr schön", bewertete Müssiggang den Auftritt seiner Damen, deren Weltcup-Siegesserie auf vier erste Plätze hintereinander angewachsen ist.

Im Gesamtweltcup behauptete in Ruhpolding, wo in der Biathlon-Festwoche insgesamt 94.500 zahlende Besucher feierten, die Russin Swetlana Slepzowa - am Sonntag mit 2,4 Sekunden vor Neuner Laufschnellste des gesamten Feldes - mit 481 Punkten die Führung vor Jurjewa (461). Neuner (409) verbesserte sich auf Rang drei, Wilhelm (389) bleibt vor den Rennen ab kommenden Donnerstag in Antholz Fünfte.

Beim 83. Weltcup-Tagessieg des norwegischen Biathlon-Königs Ole Einar Björndalen am Samstag im Sprint über 10 Kilometer verpassten die deutschen Skijäger die Podestplätze. Zwar lieferten Michael Rösch (Altenberg) als Siebter und der über Kopfschmerzen klagende und als einziger Deutscher fehlerfrei schießende Andreas Birnbacher (Schleching) auf dem neunten Platz gute Rennen ab, doch verdarb ein Fehlschuss dem 26 Jahre alten Osterzgebirgler den Sprung aufs Siegertreppchen. Mit einem so guten Platz habe er nicht gerechnet. "Ich habe mich gefühlt wie ein ausgedrückter Pickel", sagte Rösch.

Erst beim Blick auf die Anzeigetafel im Ziel habe er das gute Ergebnis realisiert. "So gesehen ist der eine Schießfehler doppelt ärgerlich. Das Resultat bestätigt aber, dass ich mich derzeit auf richtig hohem Niveau bewege", meinte er. "Doch insgesamt fehlt uns derzeit etwas die Frische am Schießstand. Der Stress der Heimrennen macht sich langsam bemerkbar", sagte Bundestrainer Frank Ullrich.

DPA / DPA

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