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Boxen: "Tiger" haut Herausforder k.o.

Darius Michalczweski hat seinen 48. Kampf in Folge gewonnen. In Runde neun kam sein Gegner Derrick Harmon nicht mehr auf die Beine. Seine Blitz-Diät vom Vortag hatte ihn zu sehr geschwächt.

Dariusz Michalczewski bleibt Weltmeister im Profi-Boxen. Der 34 Jahre alte Deutsch-Pole verteidigte am Samstag in Hamburg seinen Titel im Halbschwergewicht nach Version der World Boxing Organization (WBO) erfolgreich gegen den Amerikaner Derrick Harmon. Michalczewski siegte durch K.o. in der neunten Runde. Es war bereits die 23. Titelverteidigung des seit achteinhalb Jahren amtierenden Weltmeisters. Der Kampf brachte ihm eine Börse von rund zwei Millionen Euro ein.

Rekord mit 50 Siegen in Folge möglich

Der bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag stehende Michalczewski ist mit dem 48. Sieg seinem Ziel von 50 erfolgreichen Profi-Kämpfen in Serie einen weiteren Schritt näher gekommen. Den Weltrekord hält der frühere Schwergewichts-Champion Rocky Marciano (USA), der es zwischen 1947 und 1955 auf 49 Siege brachte.

Am Anfang sah es für Michalczewski nicht gut aus

15.000 Zuschauer in der ausverkauften Color-Line-Arena erlebten einen offenen Schlagabtausch zweier Boxer mit Kämpferherz. Das ZDF übertrug den Kampf live. Der "Tiger" musste in den Anfangsrunden einiges einstecken. Das linke Auge begann nach drei Runden anzuschwellen. In der vierten Runde konnte der Titelverteidiger gute Treffer landen, aber der Gegner konterte gefährlich. Michalczewski wurde aggressiver, suchte die vorzeitige Entscheidung.

Harmon zeigte nach acht Runden erste konditionelle Schwächen. Eine Runde später beendete der "Tiger" den Kampf mit einer Kombination. Für den ein Jahr jüngeren Herausforderer, der an Nummer sechs der unabhängigen Weltrangliste rangierte, war es die vierte Niederlage im 27. Kampf.

Harmon von Blitz-Diät geschwächt

Harmon hatte allerdings ein Handicap zu tragen. Der in Las Vegas lebende Amerikaner musste am Vorabend des Kampfes binnen 4,5 Stunden bei einer radikalen Schwitzkur in der Sauna und auf dem Laufband über 2,5 kg Körpergewicht reduzieren. Beim Wiegen am Freitagnachmittag hatte er statt der erlaubten 79,378 kg rund 81,9 kg auf die Waage gebracht.

Als Entschuldigung gab er an, dass sein Betreuerstab beim Umrechnen von der amerikanischen Maßeinheit Pound in Kilogramm einen Fehler begangenen habe. Den Substanzverlust konnte er bis zum Wettkampf nicht kompensieren.

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