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Champions League: Handball-Schlacht an der dänischen Grenze

Im Hinspiel des Champions-League-Finales hat der THW Kiel beim Gastgeber Flensburg-Handewitt ein Unentschieden erreicht. In letzter Sekunde erzielten die Kieler den Ausgleich.

Der THW Kiel ist nach dem ersten Nordderby im Finale der Handball-Champions-League im Vorteil. Der deutsche Meister trotzte am Sonntag im Hinspiel des deutschen Traumfinales der SG Flensburg-Handewitt ein 28:28 (10:12) ab und baut nun im Rückspiel am nächsten Sonntag (17.30 Uhr) auf die Heimkulisse in der 10.000 Zuschauer fassenden Ostseehalle. In der mit 6300 Zuschauern ausverkauften Flensburger Campushalle konnten die Gastgeber die bereits auf fünf Tore Vorsprung enteilten Kieler kurz vor Schluss noch abfangen. Als einzige deutsche Mannschaft hat bisher der SC Magdeburg die Champions League im Jahr 2002 gewonnen.

"Ich bin zufrieden. Flensburg hatte nicht den besten Tag erwischt", sagte THW-Trainer Zvonimir Serdarusic, "es war von Anfang an ein harter Kampf." Zunächst konnten sich die Gastgeber vor allem durch den starken Torhüter Dan Beutler Vorteile erkämpfen. Der THW, der die SG im DHB-Pokalhalbfinale ausgeschaltet hatte, kam vornehmlich durch Einzelaktionen zu Toren. Mitte der ersten Hälfte lag die SG mit 8:5 vorn. Die Kieler nutzten dann die Schwächephase und gingen in der 26. Minute erstmals mit 10:9 in Führung.

"Wir haben viele technische Fehler gemacht"

Flensburg, das 2004 im Champions-League-Finale gegen RK Celje unterlag, schloss die Angriffe oft zu überhastet ab, um die stark aufspielende THW-Abwehr zu überwinden. Den Weg zum Tor suchten die Flensburger vor allem durch die Mitte, darauf hatte sich der deutsche Meister aus Kiel schnell eingestellt. "Wir haben viele technische Fehler gemacht", kritisierte SG-Trainer Kent-Harry Andersson. "Aber trotz des Ergebnisses bin ich für das Rückspiel optimistisch."

Außer auf die Langzeitverletzten Lars Krogh Jeppesen, Viktor Szilagyi, Marcus Ahlm und Nationaltorhüter Henning Fritz mussten die Kieler auf Kapitän Stefan Lövgren verzichten. Der Spielmacher hatte sich vor einer Woche im DHB-Pokalfinale gegen die SG Kronau/Östringen einen Sehnenabriss im Oberschenkel zugezogen. "Ich war sehr traurig, dass ich in so einem Spiel nicht dabei sein konnte. Aber ich bin stolz, wie die Mannschaft gespielt hat", sagte Lövgren. Bei der SG fehlte nur der gesperrte Lubomir Vranjes.

Nach dem Seitenwechsel führte der THW

Nach dem Seitenwechsel führte der THW, der in seinem bisher einzigen Champions-League-Endspiel im Jahr 2000 dem FC Barcelona unterlag, bereits mit 19:14 (38.), konnte den komfortablen Vorsprung aber nicht halten. Die Flensburger bäumten sich noch einmal auf und kamen sieben Minuten vor Schluss zum Ausgleich (24:24). 13 Sekunden vor dem Ende verwandelte der neunfache Torschütze Lars Christiansen einen Siebenmeter zum umjubelten 28:27. Doch mit dem Schlusspfiff glich Kim Andersson für den favorisierten Nordrivalen aus Kiel aus.

Timo Lindemann/DPA / DPA

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