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Dakar-Wüstenrallye: Jutta Kleinschmidt will es wissen

Die 28. Auflage des Wüsten-Klassikers startet am 31. Dezember 2005 in Portugals Hauptstadt Lissabon und führt über Spanien, Marokko, Mauretanien, Mali und Guinea bevor sie am 15. Januar 2006 im senegalesischen Dakar endet.

Von Christian Gebhardt

15 Mammut-Etappen über 9043 Kilometer warten auf die 508 Teilnehmer der härtesten Rallye der Welt. Der Schlüssel zum Erfolg – fahrerisches Können, körperliche Ausdauer und eine perfekte Navigation.

Besonders die Orientierung spielt bei der Dakar 2006 eine entscheidende Rolle. Ein neues sportliches Regelwerk erlaubt nur noch die vom Veranstalter gestellten Navigationsgeräte. Lediglich die Himmelsrichtung und die Geschwindigkeit werden den Teilnehmer des Wüsten-Abenteurs noch angezeigt. Von entscheidender Bedeutung ist damit die Arbeit des Co-Piloten, der mit einem 150 seitigen Roadbook den Fahrer durch die Wüste lotst. Um unerlaubte Abkürzungen der Rallye-Asse zu vermeiden müssen festgelegte Kontrollpunkte angesteuert werden. Verpasste Kontrollpunkte werden ebenso wie Geschwindigkeitsübertretungen mit hohen Zeitstrafen geahndet.

Für mehr Sicherheit sorgt auch 2006 ein vom Veranstalter festgelegtes Tempolimit innerhalb geschlossener Ortschaften und an gefährlichen Passagen. Risikoreich bleibt die Wüsten-Hatz durch Sand und Hitze trotzdem. Zahlreiche Unfälle und 49 Tote innerhalb der letzten 27 Jahre schmälern den Mythos der Offroad-Fahrt jedoch nicht, wie das diesjährige Rekordstarterfeld beweisst. Insgesamt 747 Fahrzeuge davon 187 Autos, 80 Racetrucks, 240 Motorräder und 240 Servicefahrzeuge rollen an den Start.

Duell der Werksteams

Erwartet wird ein Duell zwischen den Werksteams von Volkswagen und Mitsubishi. Die Japaner waren bereits zehnmal Gesamtsieger und gewannen den Rallye-Marathon 2005 zum fünften Mal in Folge. Zu den Favoriten zählt auch in diesem Jahr wieder Mitsubishi-Starfahrer Stéphane Peterhansel. Der Franzose gewann mit den Japanern die Dakar in den letzten beiden Jahren und triumphierte bereits sechsmal auf dem Motorrad. Neben Peterhansel schickt Mitsubishi weitere drei erfahrene Marathon-Piloten ins Rennen. Hiroshi Masuoka siegte in der Wüste bereits zweimal (2002 und 2003). Ex-Skirennläufer Luc Alphand wurde bei der letzten Dakar Zweiter und der Zweiradsieger von 2004 Juan Roma fuhr bei seiner Premiere auf vier Rädern 2005 auf Platz sechs.

Besonders starke Konkurrenz erhält Mitsubishi in diesem Jahr von Volkswagen. Die Wolfsburger wollen nach dem Podestplatz im letzten Jahr (Platz drei) nun unbedingt ganz nach oben. Um dieses Ziel möglich zu machen treten die Deutschen mit einer 78-köpfigen Mannschaft, 20 Begleitfahrzeugen und fünf neu entwickelten Race Touareg 2 mit Dieselantrieb in der Wüste an. Prestigeträchtig – Volkswagen will als erster Hersteller bei der Dakar mit einem Diesel erfolgreich sein. Allen voran möchte Jutta Kleinschmidt, die 2001 als erste Frau gewann, ihren Dakar-Triumph wiederholen. Konkurrenz könnte die in Monaco lebende Kölnerin allerdings aus dem eigenen Lager bekommen. Neben Bruno Saby, Giniel de Villiers und Mark Miller greift der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz für die Wolfsburger ins Lenkrad.

Deutsche Renn-Prominenz

Weitere prominente deutsche Teilnehmer sind Matthias Kahle und Ellen Lohr. Während der sechsfache deutsche Rallye-Meister Kahle sein Dakar-Debüt feiert ist es für die ehemalige Rundstrecken-Lady nach 2005 bereits der zweite Start. Zusammen mit ihrem Beifahrer Detlef Ruf startet die Wahl-Monegassin in einem Mercedes-Prototyp auf Basis der neuen M-Klasse, unterstützt von Team ORC und NAVIGON. Um die Strapazen der Wüsten-Jagd körperlich zu überstehen wird die ehemalige Mercedes-Werkspilotin von Balbir Singh, dem ehemaligen Physiotherapeuten des siebenmaligen Formel 1-Weltmeisters Michael Schumacher, betreut.

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