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Dallas im NBA-Finale gegen Miami Der beste Nowitzki aller Zeiten


Traum oder Trauma? Dirk Nowitzki, Deutschlands bester Basketball-Spieler aller Zeiten, steht mit Dallas nach fünf Jahren wieder im NBA-Finale und will endlich - zum ersten Mal in seiner Karriere - ein Champion sein. Die Chancen stehen gut. Nowitzki ist in der Form seines Lebens.
Von Klaus Bellstedt

Auf diesen Tag hat Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki fünf lange Jahre warten müssen. Damals bekamen seine Dallas Mavericks in der Finalserie der NBA gegen Miami Heat nach einer 2:0-Führung plötzlich die große Flatter und gaben die Partie noch aus der Hand. Jetzt steht Nowitzki wieder im Endspiel, und wie 2006 heißt der Gegner Miami Heat. Für den 33-Jährigen geht es um alles. Nur als NBA-Champion kann der 2,13 Meter Riese seine außergewöhnliche Laufbahn vollenden. Schon seit 13 Jahren wartet Nowitzki auf den Meisterschafts-Ring. Bei einer weiteren Finalpleite wäre der Ruf des Unvollendeten in der NBA wohl auf ewig mit seinem Namen verbunden. Aber die Chancen stehen gut, dass dieser Makel eben nicht an ihm haften bleibt.

Vor allem die Art und Weise wie souverän und beeindruckend der "Dunking Deutschman" seine Mannschaft durch die Playoffs geführt hat, stimmt hoffnungsfroh. Bei den deutlichen Siegen gegen Portland, die Los Angeles Lakers sowie Oklahoma City Thunder konnte man den besten Dirk Nowitzki aller Zeiten bewundern. In den bisherigen Spielen der K.o.-Runden erzielte Nowitzki im Schnitt 28,4 Punkte, seine Trefferquote von 51,7 Prozent ist die beste aller Profis. Und seine Wurfvariationen sind längst legendär. "Es gibt keine Möglichkeit, einen 2,13 Meter-Mann beim einbeinigen Sprungwurf im Rückwärtsfallen zu blocken", sagt LeBron James, selber einer der besten Basketballer der Welt vom Finalgegner aus Miami.

Es zählt kein zweiter Platz

Sämtliche Experten bescheinigen dem Deutschen, dass er besser und reifer sei als je zuvor. Basketball-Legende Earvin "Magic" Johnson adelte ihn kurz vor dem ersten von maximal sieben Finalspielen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Miami: "Dirk ist wahnsinnig motiviert, diesen Titel zu gewinnen, hat bislang unglaubliche Leistungen gebracht. Er ist schon jetzt mein persönlicher MVP der Playoffs." In zahlreichen US-Medien wird der Deutsche bereits mit dem legendären Larry Bird von den Boston Celtics verglichen. Die Zeitung "Fort Worth Star Telegram" nannte ihn sogar "Amerika's neuen Liebling".

Und was sagt der Abgefeierte selbst? "Wenn du einmal ins Finale kommst, dann zählt kein zweiter Platz", so Nowitzki, der vor den Spielen gegen Miami nicht müde wird, auf die Stärken seiner Mannschaft hinzuweisen - auch, um damit etwas den Fokus von seiner Person wegzulenken. "Wir sind eine erfahrene Mannschaft mit starken Typen, einer guten Verteidigung und guten Flügelspielern. 2006 waren wir noch jung und haben den Fehler gemacht, nach dem 2:0 nicht durchzuziehen. Jetzt sind wir in der Lage, auch zum Schluss keine Schwäche zu zeigen", meint Nowitzki.

Über Teamwork Miami knacken

Nicht nur für Nowitzki, sondern auch für andere Dallas-"Dinos" wie den 38-jährigen Spielmacher Jason Kidd oder Jason Terry (33) sind die Finals wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, sich in die Meisterschaftslisten einzutragen. Miami hat indes in Dwayne Wade (29), LeBron James (26) und Chris Bosh (27) Stars, die eine titelträchtige Zukunft versprechen.

Im Interview mit dem stern. hatte sich Dirk Nowitzki schon vor Beginn der NBA-Saison im August 2010 über das neue Dreamteam der Miami Heat geäußert - so als hätte er geahnt, dass es zur Revanche von 2006 kommen würde. "Miami ist im Moment das, was Real Madrid im Fußball war, als dort noch Zidane, Ronaldo, Figo und Beckham spielten. Sie waren die Galaktischen, große Egos mit großen Namen. Aber das Beispiel Madrid hat ja gezeigt, dass eine Mannschaft nicht nur aus Häuptlingen bestehen kann. Es muss auch Leute für die Drecksarbeit geben. Über Teamgeist kann man im Basketball viel machen; dort gewinnt nicht zwangsläufig die talentiertere Mannschaft - sondern die mit der größten Harmonie und dem größten Hunger."

Die Dallas Mavericks sind hungrig. Und sie sind reif für den Titel in der NBA - auch, aber vor allem wegen ihres deutschen Jahrhunderttalents Dirk Nowitzki. Es ist angerichtet. Go for it, Dirk!

mit DPA

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