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David Cup: Deutsche Tennis-Millionäre spielen für die Ehre

Vor dem "Schicksals-Duell" gegen Israel vom 9. bis 11. April schwört Davis-Cup Teamchef Patrik Kühnen auf den Teamgeist der deutschen Tennisprofis. "Die Jungs spielen für die Ehre und bekommen keinen einzigen Cent".

Nicht einmal für ein Taschengeld werden die deutschen Tennis-Millionäre um den Wiederaufstieg in die Daviscup- Weltgruppe spielen. Keiner bekommt auch nur einen Cent. "In der gegenwärtigen Situation kann der Verband keinen finanziellen Anreiz bieten. Die Jungs spielen für die Ehre, für Deutschland. Dafür haben sie sich verpflichtet, darauf haben sie sich eingeschworen", sagte Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen beim Masters in Miami. Bei dem höchstdotierten Super-9-Turnier nahm er seine Kandidaten für das "Schicksals-Duell" gegen Israel vom 9. bis 11. April in Alsdorf bei Aachen noch einmal persönlich in Augenschein. Außerdem führte er intensive Gespräche "zur Festigung des Teamgeists. Wenn der stimmt, und der stimmt", wie Kühnen versicherte, "dann gewinnen wir auch".

Kiefer und Haas gesetzt

Ohne der offiziellen Nominierung am Mittwoch vorgreifen zu wollen, sei es kein Geheimnis, dass Nicolas Kiefer (Holzminden), Rainer Schüttler (Korbach) und Thomas Haas (Hamburg) für die Mannschaft gesetzt sind. Wer das Quartett komplettieren wird, wollte der Kapitän noch nicht preisgeben. "Ich möchte erst mit denjenigen reden, die ich nicht berücksichtigt habe. Sie sollen das nicht aus den Medien erfahren", bat Kühnen um Verständnis. Wer von den vier Auserwählten im Einzel und Doppel aufgeboten wird, entscheidet der 38-Jährige zwei Tage vor dem ersten Aufschlag.

"Wir sind eindeutiger Favorit"

Alles andere als ein Sieg und der Wiederaufstieg steht für Kühnen nicht zur Diskussion. Über eine mögliche Niederlage habe er noch keine Sekunde einen Gedanken verloren. Und natürlich auch nicht über mögliche Konsequenzen eines solchen Gaus. "Wir sind der eindeutige Favorit. Wir unterschätzen Israel nicht. Doch wir werden mit breiter Brust auf das Feld gehen", versprach Kühnen, der dem jetzigen Team in drei, vier Jahren zutraut, die "hässlichste Salatschüssel der Welt" wieder einmal nach Deutschland zu holen. So wie es Kühnen gemeinsam mit Boris Becker und Michael Stich 1988, 1989 und 1993 gelang.

Große Ambitionen für World Team Cup in Düsseldorf

"Wenn die Truppe ihre ganze Leidenschaft ausspielt und ihr Potenzial ausschöpft, kann sie was ganz Großes reißen", prophezeit Kühnen. Diesen Beweis soll die Equipe nach dem Wiederaufstieg Mitte Mai erstmals beim World Team Cup in Düsseldorf antreten. "Wir wollen dort gewinnen, das ist unser Ziel", macht Kühnen aus den Ambitionen keinen Hehl. Dass beim Masters in Miami aus dem Elite-Trio nur Kiefer "mit stark aufsteigender Tendenz" spielte, beunruhigt ihn nicht.

"Schüttler in komplizierter Phase"

Schüttler befindet sich nach "seinem sensationellen Vorjahr derzeit zwar in einer sehr komplizierten Phase. Doch er wird da wieder rauskommen. Dafür spielt er einfach zu gutes Tennis", behauptet Kühnen. Und von Haas könne man nach der 15-monatigen Verletzungspause gegenwärtig keine Wunderdinge erwarten. Kühnen: "Er braucht noch ein paar Wochen, um wieder auf konstant hohem Niveau zu spielen, so wie er es beim Masters in Indian Wells angedeutet hat".

Gunnar Meinhardt / DPA

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