Diskus-Weltmeister Harting muss Konsequenzen fürchten


Robert Harting ist mit einer Sensationsleistung Diskus-Weltmeister geworden. Für seine beleidigenden Äußerungen im Vorfeld muss der 25-Jährige allerdings mit Sanktionen seitens des Verbandes rechnen.

Die Äußerungen von Diskus-Weltmeister Robert Harting über DDR-Doping-Opfer könnten noch zu Konsequenzen führen. "Für uns ist die Geschichte nicht erledigt. Robert Harting steht jetzt für uns in der nächsten Zeit auf dem Prüfstand", sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Im ARD-Morgenmagazin hatte Prokop bestätigt, dass "das, was geschehen ist, nicht akzeptabel" sei. Nach der WM werde man sich im DLV zusammensetzen, "und dann schauen wir mal...", sagte Prokop.

Vizepräsident Eike Emrich, der Chef des deutschen WM-Teams, sagte hingegen auf der offiziellen DLV-Pressekonferenz, dass er nicht an eine Bestrafung Hartings denke. "Warum sollte ich einen jungen Menschen bestrafen, der sich noch entwickelt? Auch in seiner Vorbildfunktion wird er sich in der nächsten Zeit entwickeln und jene Größe erreichen, die er im Diskus-Ring schon erreicht hat", sagte Emrich. Er nannte Hartings unüberlegte Aussagen "überschießend", zeigte aber Verständnis, dass ein Athlet in der Anspannung vor dem Wettkampf nicht immer als "Diplomat im Trainingsanzug" auftreten kann. "Man darf nicht erwarten, dass ein Sportler in dieser Situation immer und überall affektkontrolliert reagiert", sagte Emrich.

Harting, der sich auf der Pressekonferenz nochmals für seine Entgleisung entschuldigte, geht auch nicht von einer Bestrafung aus. "Ich hoffe, es gibt keine Bestrafung. Andere haben ähnliche Sachen abgeliefert und es ist auch nichts passiert", meinte der Champion, der am Vorabend die Konkurrenz im letzten Wurf mit 69,43 Metern für sich entschieden hatte.

DPA DPA

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